21.05.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Drei Weibsbilder decken die Untugenden der Männer auf Mit Pfiff und Charme

"Drei Weibsbilder", ein Pianist und nur 25 Zuschauer im Evangelischen Vereinshaus. Hut ab vor dieser Professionalität: Ein Quartett, das sein Programm abspult, als spielte es vor vollem Saal.

Für einen Mann kann man schon mal in die Knie gehen, meinen die "Drei Weibsbilder". Die Frauen spielen vor nur 25 Zuschauern im Evangelischen Vereinshaus. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Mit spitzer Zunge und einer riesigen Portion an pfiffigem Charme, deckten die drei Damen aus der Oberpfalz am Freitagabend die Untugenden der Männer auf. Und ihre eigenen natürlich auch.

Fünfziger-Jahre-Lieder und Chansons, bei denen die alten Texte gegen neue eingetauscht wurden, taugten als Fundament für bissige Kritiken am vermeintlich stärkeren Geschlecht. Das war nicht kränkend und ging auch nicht recht weit unter die Gürtellinie. Beispiele: "Ich bin von Kopf bis Fuß aufs Putzen eingestellt" oder "Ganz ohne Männer geht die Chose nicht". Ohne Elektronik und anderem Schnickschnack, lediglich mit Klavier und Kaffeekanne, dafür mit umso mehr mimischer Präzision, sinnierten und swingten die Damen in lustvollen Sprachtiraden über den sich reduzierenden Neigungswinkel des Mannes ab 40 oder einen netten Fußballfernsehabend mit der neuen Flamme.

Als österreichische Chefarztgattin Edeltraud, Frau Magister für Germanistik und Sozialkunde Gisela und die lebenslustige, aber lebensferne bayerische Dirn Ursula produzierten Romy Börner, Su Frisch und Carolin Juretschka so brav-rebellische Inhalte wie "Du musst die Männer einfach mal ein bisschen zappeln lassen." Plötzlich und ganz unverhofft kam Geistvolles, Witziges, Bissiges und Gemeines durch die Hintertür dazu.

Sie lernten Englisch für unbefriedigte Hausfrauen, fuhren voll ab auf Hans-Dieters Moschus Essenz in dessen Badewanne und hatten ihre Freude an jenem Humor, der bitter schmecken kann. "Und die Frau'n sind raffiniert, denn sie tanzen ungeniert, jedem auf der Nase rum: Mensch san die Männer dumm."

Das sympathische an der Show war die Tatsache, dass sie den Männern eigentlich nichts vormachten, sondern herausstellten, dass sie vielmehr um den manchmal doch recht miserablen Zustand in einer Partnerschaft Bescheid wissen. Es ging den Dreien nicht ums feministische Aufbegehren oder Verbal-Anarchie, sondern um Musikwitz, die Lust an neu getexteten Klassikern und pointierten Männer-Beschüssen, aber in einer Art, dass diese noch lächelnd zusehen konnten.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.