02.04.2018 - 13:24 Uhr
Oberpfalz

Förderverein Tierfriedhof stellt Weichen Arbeitskreis sucht neuen Chef

Der Vorsitzende ist "am Ende", wie er sagt. Um die Nachfolge von Josef Gebhardt soll sich nun ein Arbeitskreis kümmern. Denn der Weidener Tierfriedhof darf nicht sterben.

Josef Gebhardt kann nicht mehr. Bis 2020 will er alle Ämter aufgegeben haben.
von Autor hczProfil

"Es kann nicht alles an Josef und Helga Gebhardt hängen bleiben", stellte Stadtrat Horst Fuchs bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Tierfriedhof- Fördervereins fest. Auch Stadtrat Hans Forster bezeichnete Gebhardts Arbeit als "unendlich wertvoll für die Stadt". Seit der Gründung des Vereins im Jahr 2010 haben der 72-Jährige und seine Frau den Großteil der Bau- und Pflegearbeiten, sowie die Tierbegräbnisse auf dem 4000 Quadratmeter großen Areal im Weidener Westen allein oder mithilfe einiger weniger Vereinsmitglieder erledigt. Nun ist Gebhardt "physisch und mental am Ende", wie er sagt. Dazu beigetragen hat die Doppelbelastung durch sein Engagement als Vorsitzender der "Tafel". Ende 2020 will er alle Ämter, auch sein Stadtratsmandat, aufgegeben haben (wir berichteten).

Bei der Versammlung im Schützenhaus schilderte Gebhardt die Entwicklung des Tierfriedhofs. Vor der Gründung des Fördervereins habe es Fragen gegeben, ob es so eine Einrichtung überhaupt brauche. Mittlerweile kämen Anfragen aus ganz Bayern. Selbst die Regierung der Oberpfalz ersuche um Auskunft wegen der Finanzierung. Bei knapp 80 habe sich die Zahl der Tierbestattungen pro Jahr eingependelt. Viele ließen ihre verstorbenen Tiere inzwischen in der Blumenwiese des Geländes bestatten, was günstiger sei und weniger Pflegeaufwand erfordere. Die Zahl der Mitglieder sei auf 225 angestiegen.

Schatzmeisterin Britt Kossack berichtete, dass die Finanzlage des Vereins gut sei. Ein Darlehen sei inzwischen vollständig zurückbezahlt. Wenn 2021 der Pachtvertrag mit der Stadt auslaufe, werde man das Grundstück kaufen. Vorsitzender Gebhardt wies auf die jetzt wieder anfallenden Arbeiten hin. Die üblichen gärtnerischen Pflegearbeiten, das Setzen von Randsteinen und eine undichte Stelle im Teich werden viel Zeit in Anspruch nehmen. Helfer seien gesucht. Zur Vorbereitung der Jahreshauptversammlung im Juli wurde ein Arbeitskreis gebildet. Dieser soll die Suche nach einem neuen Vorsitzenden betreiben.

Ein Mann, der voraussichtlich die Tierbestattungen künftig gegen Entgelt übernehmen wird, wurde bereits gefunden. Es brauche jedoch auch jemanden als Erstkontaktstelle für Herrchen oder Frauchen verstorbener oder eingeschläferter Tiere. Dieser Helfer muss auch die Terminierung, Protokollierung und das Inkasso übernehmen. Ein Teil der Pflegearbeiten wird wahrscheinlich an gewerbliche Dienstleister vergeben werden. Dann können Josef und Helga Gebhardt endlich mal zum Yellowstone- Park in Amerika und nach Neuseeland reisen. "Seit der Gründung des Tierfriedhofs haben wir keinen Urlaub mehr gemacht", sagte Helga Gebhardt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp