Kinderkonzert mit den Bremer Stadtmusikanten in der Max-Reger-Halle
Nach Bremen über Wilchenreuth

In der Räuberhütte ist der Tisch reichlich gedeckt für die vier Freunde, die in Bremen Stadtmusikanten werden wollten. Bild: Kunz

Jedes Kind kennt das Märchen von den "Bremer Stadtmusikanten". Die Geschichte von den vier ausrangierten Haustieren, die um ihr Leben rennen müssen und auf ihrem Fluchtweg in die Hansestadt ein Räubernest ausheben. Am Sonntag stehen die munteren Vier- und Zweibeiner auf der Bühne der Max-Reger-Halle.

In der vollbesetzten Halle "ia"-ten, bellten, miauten und krähten sie um die Wette, angespornt vom Sinfonieorchester der Stadt Weiden. Das traditionelle Kinderkonzert der Franz-Grothe-Schule war einmal mehr für die gesamte Familie gemacht. Mit Hilfe der Schauspielgruppe der Städtischen Musikschule sollten die Kinder an große Kompositionen herangeführt werden. Unsichtbar, aber spürbar.

Denn der wahre Wert der Vorstellung lag unter der Oberfläche, wo die Kinder mittels abenteuerlicher und poetischer Märchenbilder und viel Phantasie die Mysterien der Musikstruktur erfassen sollten.

Erzählt wurde die Handlung von Christian Kick. Heike Hübner und Cornelia Kick führten Regie. Und für die wunderschönen Kostüme der Räuber und Tiere zeichnete Beate Stock verantwortlich. Der Weg nach Bremen war weit. Denn die vermeintlichen Stadtmusikanten kamen ja aus der Oberpfalz, wo sie von ihren Besitzern verjagt wurden. So befand sich auch die Behausung der Räuber irgendwo im Waldgebiet zwischen Theisseil und Wilchenreuth.

Die passende Musik dazu kam von Edward Elgar, der sein "Chanson de Nuit" zum Überfall auf die Räuber beisteuerte. Vorher hatte schon Mozart den Stadtmusikanten seine Ouvertüre aus der Oper "Der Schauspieldirektor" zur Verfügung gestellt. Weitere Passagen stammten aus der Feder von Charles Gounod (Trauermarsch aus "Auf den Tod einer Marionette"). Pietro Mascagni (Intermezzo aus "Cavalleria Rusticana"), Edward Elgar ("Chanson de Matin") und Beethovens Triumphmarsch aus dem Trauerspiel "Tarpeja".

Ein Trauerspiel war der Vormittag aber nicht. Im Gegenteil: Das Zusammenspiel aus Orchester und Darstellern brachte das Märchen erst zum Laufen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, ob eine Märchentante vorliest oder ob die Figuren leibhaftig mit der passenden Melodie in schillernden Farben über die Bühne ziehen. Man nimmt die Handlung ganz anders wahr. Konzertmeisterin war Johanna Luther. Unter dem Kostüm des Esels schwitzte Kalissa Ardaly, Savin Kharraz-Tavokol spielte den Hund, Rosalie Schärtl die Katze und Klara Dostler den Hahn. Räuberhauptmann war Viktoria Kulikaev, die anderen fiesen Burschen wurden von Katharina Müller, Marie Bergmann und Marlene Schärtl dargestellt. Marlene Schärtl spielte einen Bauern, Sophie Dostler eine Bäckerin.
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