14.05.2018 - 17:56 Uhr
Oberpfalz

CSU und Bürgerliste beantragen Sondersitzung der Stadtrats zum neuen Gewerbegebiet Wann kommt endlich Weiden West IV?

Der Schock sitzt tief. Mit ihren eher beiläufigen Äußerungen zum geplanten Gewerbegebiet Weiden West IV sorgte Stadtkämmerin Cornelia Taubmann für Irritationen. Nicht nur bei den Stadträten, sondern auch in der Wirtschaft der Nordoberpfalz. Und sie führen dazu, dass sich die Fraktionen von CSU und Bürgerliste wieder zusammenfinden. Geeint durch die Sorge um die Zukunft des geplanten Gewerbegebietes West IV, fordern sie die Sondersitzung, in der alle Fakten auf den Tisch kommen sollen.

Noch sind die Waldflächen rechts der Bundesstraße B 470 unberührt. Bei der Vorbereitung der geplanten Gewerbegebietes West IV tauchen neue Probleme auf. Wie diese zu lösen sind, wollen Bürgerliste und CSU in einer Sondersitzung des Stadtrats beraten wissen. Luftbild: Michael Ascherl
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Fraktionssprecher Wolfgang Pausch und Christian Deglmann deuteten am Montag an, dass sie es selbstverständlich dem Sitzungsleiter (OB Kurt Seggewiß) überlassen wollen, ob zur öffentlichen oder nicht-öffentlichen Sitzung geladen werde. "Wir brauchen einfach endlich Klarheit, woran es bisher hakt, wie weit wir sind, was wir noch zu erledigen haben oder ob sogar weitere Schwierigkeiten zu erwarten sind", erklärte Pausch am Montagmorgen.

Die Diskussion in der vergangenen Stadtratratssitzung habe alle verwirrt. "Die Stadtkämmerin hat Aussagen getroffen, die mehr Fragen aufwerfen als sie Antworten geben konnte. Damit erinnert Pausch nicht nur an die neuen Erkenntnisse bei der Verkehrserschließung, sondern auch an den Zeitpunkt des Grundverkaufs durch den Freistaat (nur bei echter Investitionabsicht) sowie eine Aktualisierung der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung. "Ich kann mir vorstellen, dass das eine nichtöffentliche Sitzung wird."

Stadträte sensibilisiert

"Wir wollen endlich wissen, was wirklich los ist", begründet Christian Deglmann den Hintergrund für den seit längerem erstmals wieder gemeinsam mit der CSU gestellten Antrag. Die "ganz nebenbei gefallenen" Äußerungen der Kämmerin hätten die Stadträte "sensibilisiert". "Sie lassen die Vermutung zu, dass sich das alles noch länger hinzieht. Wir aber wollen das Projekt Gewerbegebiet West IV mit der nötigen Vehemenz weitertreiben und auf ein gutes Gleis heben."

Geheime Themen

Zumindest mittelfristig sei die Bürgerliste guten Mutes, dass West IV eine gute Entwicklung für Weiden einläute. "Es wir immer von möglichen ansiedlungswilligen Interessenten gesprochen. Doch Infos dazu haben wir nie erhalten", merkt Deglmann an, der auch mit einer nichtöffentlichen Sondersitzung des Stadtrats einverstanden wäre. "Da werden ja geheime Themen besprochen."

Florian Rieder von der Industrie- und Handelskammer in Weiden, zugleich Mitglied im Wirtschaftsbeirat, zeigte sich von den jüngsten Aussagen der Stadtkämmerin überrascht. "Im Wirtschaftsbeirat hatten wir bisher nichts von den Problemen, etwa beim Verkehr, gehört." Natürlich wolle und müsse die Wirtschaft wissen, "wohin beim Gewerbegebiet West IV die Reise geht". "Alle wünschen sich da klare Zeitschienen." Zugleich zeigte Rieder aber Verständnis für die Verzögerungen. "West IV ist keine kleine Nummer, sondern ein gewaltiges Projekt. Selbst bei wesentlich kleineren Gewerbegebieten gibt es Riesenprobleme." Die IHK begrüße West IV, aber auch das interkommunale Gewerbegebiet Wiesau. Beide spielten als Vorratsflächen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region eine wichtige Rolle.

An diese Aussage knüpft auch Anton Braun, Präsident des Wirtschaftsclubs, an. Weiden habe als Oberzentrum erheblichen Einfluss. Die Stadt müsse schnell nutzbare Gewerbeflächen vorhalten. "Es wäre wünschenswert, dass die offenen Fragen, etwa die der Verfügbarkeit, belastbar geklärt werden." Bei der Standortwahl investitionswilliger Betriebe dürfe der Zeitfaktor nicht vergessen werden. "Die wirtschaftliche Entwicklung ist derzeit sehr gut. Betriebe wollen investieren. Diesen Moment müsste die Stadt nutzen."

"Das scheint sich zu ziehen. Und das ist wirklich jammerschade", bedauert auch Karl Arnold, Vizepräsident des Mittelstands-Union. Es werde wohl weitere zwei Jahre dauern, bis in West IV gebaut werden könne. Derzeit noch aktuelle Bewerber, die schnell bauen möchte, würden bis dahin "weitergewandert" sein, befürchtet der frühere, langjährige Kreishandwerksmeister.

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