So scheint es (zum Beispiel) Leute zu geben, die eine neue Bepflanzung gleich wieder mit ihren Autos überfahren. Kaum gepflanzt, schon wieder kaputt gefahren. Das stinkt dem Wiesauer Bürgermeister. "Wer ist denn das nur immer?", klagte er im Rathaus bei der Bürgerversammlung über derart viel Unvernunft und Gleichgültigkeit.
Dutz betonte, dass dieser zusätzliche Bürgerabend nicht nur wegen des Nordgautags einberufen wurde. "Es gibt in Wiesau auch andere Themen", sagte er und verwies auf Baumaßnahmen an allen Ecken und Enden. Natürlich sei das mit Behinderungen verbunden. Aber deshalb müsse man keine hitzigen Debatten in Facebook führen.
Praxis und Bücherei
"Das ist halt so, wenn gebaut wird", kommentierte Dutz neueste Beschwerden darüber, dass die Hauptstraße diese Woche gänzlich gesperrt worden sei. Der Rathauschef warb für Geduld. Immerhin sei die Baustelle bereits wieder geöffnet. Besonders hob er die geplanten Maßnahmen am Bahnhofsgebäude hervor, wohin die Bücherei später verlagert werde. Die ansässige Zahnärztin wolle in den ersten Stock. Weiter seien zwei kleine Museen für die Bereiche "Bahn" und "Grenzlager" angedacht.
Außerdem sollten bei 2,5 Millionen Euro Zuschuss aus Städtebaufördermitteln auch ein Lesesaal für die Bücherei und ein Wartebereich mit Toilette für die Bahnfahrenden sowie ein Aufzug möglich gemacht werden. "Und im Außenbereich gibt es viel zu verbessern", so Dutz. Wieder einmal verwies er bei diesem Thema auf die Bahn AG, die endlich einen barrierefreien Bahnsteig-Zugang ermöglichen müsse.
Bei der Baustelle Nummer drei, Rathaus, dankte der Bürgermeister den Mitarbeitern für die Geduld. Am 4. Juni sei definitiv Schluss. Dann müsse alles fertig sein zum ersten Festakt des Norgautags, der Vorstellung der 300-seitigen Festschrift. Dass die neue Außenfassadenfarbe kritisiert werde, kaum dass diese angebracht worden sei, kommentierte der Gemeindechef mit "Geschmackssache" und der Bitte, "die Maßnahme erst zu beurteilen, wenn sie fertig und in Betrieb ist".
Zwei Spielgeräte
Viel Geld werde bei der Berufsschule in die Hand genommen, so Dutz, der kurz anklingen ließ, dass sich hier eventuell mit einer Verbindung zu Tschechiens Handwerk neue Perspektiven auftun würden. "Wir brauchen vor allem Unterkünfte für die Schüler." Zurück zur Hauptstraße, besser gesagt zur ehemaligen Bäckerei Hautmann: Diese macht gerade eine Umwandlung durch zum Parkplatz. Toni Dutz informierte über den Kauf des Geländes und den Abriss durch die Gemeinde.
Die Maßnahme (320 000 Euro) werde zu 90 Prozent bezuschusst, was Grund genug sei, tätig zu werden. Insgesamt meinte er, mit den neuen Stellplätzen werde die Parksituation deutlich verbessert. Zur Hauptstraße meinte Dutz noch, dies sei wohl die erste Straßensanierung, bei der einige Bürger Geld herausbekämen statt umgekehrt. Der Eingangsbereich zum Kindergarten werde mit zwei Spielgeräten und einem Geländer gestaltet. "Das geschieht nicht nur aus Freundlichkeit. Hoffentlich ist dann Ruh' mit der Parkerei vor dem Kindergarten", ärgerte sich Dutz über Eltern, die dächten, ihre Kinder direkt an die Haustür fahren zu müssen. Weiter bekäme die Bäckerei Kutzer wie die Sparkasse eine behindertengerechte Rampenlösung. Schon fertig seien die Duschen für die Sporthalle der Mittelschule.
Als unumgänglich aufgrund von Vorschriften bezeichnete Dutz die Sanierung der Leugaser Brücke mit Kosten in Höhe von 122 000 Euro. Eine freudige Nachricht: Muckenthal und Kornthan seien zur "Genussregion" gekürt worden. Dies wolle man bewerben. Angedacht sei eine Beschilderung am Ortseingang, berichtete Dutz, bevor Heimatpfleger Adalbert Busl mit einer Erläuterung über den Begriff "Nordgau" zum anstehenden Großereignis "Nordgautag" überleitete (weiterer Bericht folgt).
Kritik an Gewerbegebiet
Auf Bedenken eines Bürgers stieß Bürgermeister Toni Dutz, als er das geplante Logistikzentrum der Firma Ziegler Logistik auf dem neuen, interkommunalen Gewerbegebiet bei Wiesau ansprach. Dies sei Flächenfraß und Naturvernichtung ohne Nutzen, da es kaum Arbeitsplätze in solchen Zentren gebe, so die kritische Stimme. Dutz konterte mit der Abwanderung der Jugend und der Wichtigkeit jedes neuen Jobs. "Wir können auch nie mehr etwas Neues schaffen und zum naturgeschützten Seniorenpark Bayerns werden", so das Marktoberhaupt. Er sei froh, dass in Wiesau investiert werde. (ubb)
Im Außenbereich gibt es viel zu verbessern.Bürgermeister Toni Dutz zum Thema Bahngelände

















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