Wiesau
18.05.2018 - 17:42 Uhr

Heimatpfleger klärt auf: Uralter Begriff hat nichts mit Nazi-Wortschatz zu tun: Was heißt eigentlich Nordgau?

Heimatpfleger klärt auf: Uralter Begriff hat nichts mit Nazi-Wortschatz zu tun

Heimatpfleger Adalbert Busl erklärt den Begriff Nordgau und betont, dass dieser Name nichts mit den Nazis.  	Bild: ubb
Heimatpfleger Adalbert Busl erklärt den Begriff Nordgau und betont, dass dieser Name nichts mit den Nazis. Bild: ubb

Alle sprechen darüber, aber keiner weiß es. Der Begriff "Nordgau" ist derart alt, dass sich nur wenige Menschen damit befasst haben. Außer, es geht darum, den Bayerischen Nordgautag zu feiern. Der 42. in Serie findet Anfang Juli in Wiesau statt.

Keine einzige Antwort bekam Heimatpfleger Adalbert Busl, als er bei der extra einberufenen Bürgerversammlung im Rathaus Wiesau am Mittwochabend die Frage stellte, was "Nordgau" heiße. Busl lieferte also gleich selbst die Antwort. Dafür zerlegte er das Wort und begann mit "Gau", der keineswegs etwas mit dem Nationalsozialismus zu tun habe. Letzteres betonte Busl mehrmals, denn "Gau" sei ein Begriff, der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückreiche. So sei das Kloster Waldsassen nicht etwa in der "Oberpfalz" entstanden. "Die gab es damals noch gar nicht", so Busl.

Denn damals hieß die Heimat "Nordgau", wie sich ein Zusammenschluss der Regionen bezeichnete. 1927 erst habe man aber in Eger den ersten Nordgautag gefeiert, 1931 in Weiden. Dann sei dieser von den Nazis verboten worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten dann die Egerländer und die Oberpfälzer mit dem Wiederaufleben des Nordgautags ihre Zugehörigkeit gezeigt. Dies sei bis heute so geblieben. Mit dieser kleinen Einführung ins Geschichtliche leitete Busl über zum Programm, das Toni Dutz vorlas.

Nicht ohne Stolz, denn der 42. Bayerische Nordgautag in Wiesau strotzt nur so vor Veranstaltungen. Am 4. Juli geht's los, dauern wird der Nordgautag bis 8. Juli, an dem ein großer Festtag mit zwei Gottesdiensten gleichzeitig von den katholischen und den evangelischen Mitbürgern sowie jeder Menge Veranstaltungshighlights keine Wünsche offen lässt. Das beginnt mit dem nahezu ausverkauften Abend mit der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" und "Sing Out" in der Dreifachturnhalle am 4. Juli und endet mit der Verleihung des Nordgaupreises 2018.

Den, verrät Toni Dutz geheimnisvoll, bekomme unter anderem einer aus einer Ortschaft mit einem "W" vorne weg. Mehr verriet er nicht. Festlich wird es am 5. Juli, wenn bei der Eröffnung die Nordgauplastik überreicht wird. Dicht gedrängt beinhaltet das Festprogramm Konzerte von heimischen Blaskapellen und Bands ebenso wie Exkursionen, Radtouren, Festvorträge oder Kunstausstellungen. Dazu gehört ein deutsch-tschechisches Symposium in Kooperation mit dem Bundesverband Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz im Bahnhof.

Zum wohl größten Höhepunkt, dem drei Kilometer langen Festzug, gibt es bereits 107 Anmeldungen. "Und die Wiesauer selbst sind noch nicht mal dabei", so Dutz. Zwei Stunden, von 14 bis 16 Uhr, wird der Festzug dauern. Dafür will die Marktgemeinde den Verkehr nahezu stilllegen im Ort. Wer mehr über das Kulturfest der Oberpfälzer wissen möchte, bekommt ausreichend Infos im vierseitigen Programmheft, das unter anderem in der Gemeinde Wiesau ausliegt oder auf der Homepage zu finden ist.

 
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