23.05.2018 - 20:00 Uhr
WiesauOberpfalz

Pflanzaktionen an den Grundschulen in Wiesau, Falkenberg und Friedenfels Den Klimaschutz versüßt

Pflanzaktionen an den Grundschulen in Wiesau, Falkenberg und Friedenfels - Vorfreude auf Obsternte

Bei der Pflanzaktion greifen (von links) vom Obst- und Gartenbauverein Wiesau Willi Meißner, Hausmeister Karlheinz Kohl, Carsten Dick (Ehemann von Schulleiterin Inge Dick), Andrea Kohl und Johann Konz (Obst- und Gartenbauverein Wiesau) zu. Bild: exb
von Redaktion OnetzProfil

Wiesau/Falkenberg. Mehr als 230 Tafeln Schokolade und Bücher bekamen die Grundschulen Wiesau, Friedenfels und Falkenberg geschenkt. Jetzt revanchieren sich die Mädchen und Jungen für die Spende und unterstützen die Umwelt: Der Schulgarten verwandelt sich bald in eine Obstoase.

2007 hielt der damals neunjährige Felix Finkbeiner aus dem Allgäu ein Referat über die Klimakrise, das gewaltige Folgen hatte: Der Junge wollte sich dafür einsetzen, dass mehr Bäume gepflanzt werden, die das schädliche CO2 in Sauerstoff umwandeln. Die Stiftung "Plant-for-the-planet" entstand und fand Begeisterung auf der ganzen Welt: Mittlerweile beteiligen sich Jungen und Mädchen aus 93 Ländern. Ziel der Initiative ist es, weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen, wovon nach eigenen Angaben die 15-Milliarden-Marke schon erreicht sei.

"Faire" Schokolade

Trotz der steigenden Mitgliederzahlen war die Menge der klimaschädlichen Gase in der Luft noch viel zu hoch, weswegen "Die gute Bio-Schokolade" ins Leben gerufen wurde: Diese ist eine "faire" Schokolade, da die Kinder der Kakaobauern in die Schule gehen, statt auf den Feldern zu arbeiten. Wegen des Bio-Siegels wird der ökologische Anbau kontrolliert. Der Erlös für die verkaufte Schokolade geht nicht an die Händler, sondern an "Plant-for-the-planet" und davon werden neue Bäume gepflanzt. Drei verkaufte Schokoladentafeln entsprechen einem Baum. Dazu befindet sich auf jeder Tafel ein Gutscheincode, den man im Internet einlösen kann. Die Global-Marshall-Plan-Regionalgruppe in Tirschenreuth nahm diese Idee auf und versucht mit allen Mitteln, den Umweltschutz voranzutreiben. Um diesen Gedanken auch bei den jungen Bürgern zu verbreiten, spendete der Verein mehr als 230 Tafeln Schokolade an die Grundschulen Falkenberg, Wiesau und Friedenfels. Dazu bekamen die Schüler am Nikolaustag noch 230 Bücher von Felix Finkbeiner und seinem Projekt.

Um sich für die großherzige Spende zu revanchieren, starteten die Grundschulen im Frühjahr 2018 unter der Leitung von Rektorin Inge Dick selbst ein Projekt zum Klimaschutz: "Die Kinder haben sich unglaublich über die Geschenke gefreut. Jetzt wollen wir den Gedanken dahinter auch bei uns in die Tat umsetzen und Obstbäume und -sträucher pflanzen." Aus Platzgründen können bei den Grundschulen Friedenfels und Falkenberg nur Sträucher angebaut werden. Um die Bepflanzung optimal durchführen zu können, holten sich die Grundschulen die Meinung des Fachberaters Harald Schlöger vom Kreisverband für Gartenbau- und Landespflege ein: "Im Frühjahr sollten die Hoch- und Halbstämme und im Herbst die Sträucher gepflanzt werden, weil in dieser Jahreszeit eine bessere Verwurzelung gewährleistet ist." Aufgrund dessen baute bislang nur die Grundschule Wiesau fünf Obstbäume an. Friedenfels und Falkenberg werden dementsprechend erst im Herbst mit Sträuchern versehen werden. "Es ist ein Riesenaufwand und viel Arbeit. Es gibt im Vorfeld einiges abzuklären", so Dick. "Ein besonderer Dank geht dabei an die Eltern, die nach den Schokogeschenken fleißig gespendet haben. Über 1000 Euro kamen zusammen. Ohne die finanzielle Unterstützung wäre der Aufbau nicht zustande gekommen. Schulleiterin Inge Dick freut sich über das Projekt: "Die Schüler können das Obst dann mit der Hand abernten und weiterverarbeiten. Damit wäre ein weiterer Schritt hin zur gesunden Ernährung getan." Übrigens: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrte Felix Finkbeiner wegen seines vorbildlichen Engagements am Dienstag im Schloss Bellevue in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz.

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