Premiere für Tattoo-Convention im ACC
Nackte Haut ausdrücklich erlaubt

Vorlagen gibt es zuhauf. Und wer will, kann sich sein Lieblingsmotiv gleich von einem Profi ohne große Wartezeit im Kongresszentrum stechen lassen.
Freizeit
Amberg in der Oberpfalz
25.03.2018
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Es hat etwas von Deutschland sucht den Superstar. Die Jury: theatralisch, bunt und kritisch. Einer dieser in die Länge gezogenen Wettbewerbe ist bei Ambergs erster Tattoo-Convention ein Highlight für das Kollektiv von Körperbemalten. Frisch gestochen, trocken gewischt und ab auf die Bühne. 

Die unterschiedlichen Kategorien von Minimal-Tätowierungen bis flächige Cover-ups werden genau unter die Lupe genommen. Eine Teilnehmerin riss sich sogar ihre Jeans auf, um spontan am Oberschenkel tätowiert zu werden. Es scheint eine ernste Angelegenheit zu sein.

Rund 20 Tattoo-Studios und Schausteller aus ganz Deutschland bieten an zwei Tagen im ACC ihren Service an. Besonders beliebt ist diese Messe bei US-Amerikanern. "Diese warten ungern auf einen Termin und nutzen Conventions, um gleich vor Ort ihr Wunschmotiv auf die Haut zu bekommen", sagt eine Künstlerin aus Baden-Württemberg. Unzählige Undendlichzeichen, massenweise Totenköpfe und Blumen mit Ranken sind Motive, für die sich Kurzentschlossene interessieren.

Zwischen den Ständen gibt es viel Fachsimplerei, Daumen hoch und ein breites Grinsen für die Kamera. Immer dabei: das Handy. Bestehende Motive werden mit Online-Galerien verglichen. "Ist schon ärgerlich manchmal. Jeder möchte etwas Besonderes sein, aber sucht sich dann doch ein Allerwelts-Bild", ist an einem der Stände zu hören.

Ein spanischer Tätowierer wünscht sich mehr Vertrauen von seinen Kunden. Er würde am liebsten jedes Motiv selber zeichnen und nicht aus dem Internet kopieren. "Aber der Kunde ist König - er muss damit rumlaufen." Sagt's, dreht sich und brüllt "Arriba, arriba - andele, andele", bevor er die Nadel ansetzt.

Es bestehe kein Konkurrenz-Denken. Die Tätowierer seien alle wie eine große Familie, lautet der Tenor der Aussteller. Das hält aber nicht von negativer Beurteilung hinter vorgehaltener Hand ab. Sehen und gesehen werden ist das Wichtigste - bei Besuchern wie bei den Künstlern. So manch ein Bilderbuch von Kopf bis Fuß stolziert im Pfauengang die Reihen auf und ab. Und viele Frauen können sich an beiden Tagen vor Aufmerksamkeit kaum noch retten.

Auch ohne Tattoo-Wunsch kommen Besucher auf ihre Kosten. Händler bieten außergewöhnlichen Schmuck, professionelles Zubehör und Equipment, passende Pflegeprodukte und stylische Kleidung und Accessoires an. Freie Kostproben von Schnaps führen den ein oder anderen Besucher wankend zum Ausgang. Aber auch das gehört bei einer Tattoo-Convention offenbar dazu.
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