17.05.2018 - 17:12 Uhr
Oberpfalz

FC Amberg im letzten Spiel der Bayernliga gegen Jahn Forchheim Die Abschiedsvorstellung

Am Freitag, 18. Mai, um 18.30 Uhr ertönt für alle Teams der Bayernliga Nord der letzte Anpfiff der regulären Saison. Einiges ist fix, für andere Teams geht es um wichtige Punkte. Um nichts mehr geht es im Spiel zwischen dem FC Amberg und Jahn Forchheim. Dennoch könnten einige Zuschauer kommen, um einen alten Bekannten zu sehen.

Lange Jahre dirigierte Matthias Götz (Bild) als Torwart des FC Amberg die Abwehr. Jetzt kommt er am Freitag im letzten Spiel der Saison 2017/18 der Bayernliga Nord wieder ins FC-Stadion zurück - als Schlussmann der SpVgg Jahn Forchheim. Bild: Ziegler
von Autor MREProfil

Im Tor der Forchheimer steht mit Matthias Götz der ehemalige Kult-Keeper des FC Amberg. Der Aufsteiger aus der Landesliga nimmt derzeit Platz sieben im vorderen Mittelfeld ein. Für den FC ist der Abstieg schon längst besiegelt. Doch damit nicht genug. Denn für den FC geht es nicht nur eine, sondern freiwillig zwei Etagen tiefer in die Bezirksliga - in ähnlichen Sphären befand man sich zuletzt in der Saison 2011/12 in der damaligen Bezirksoberliga.

Grund dafür ist auch der Abgang etlicher Akteure, ohne die die Landesliga wohl auch nur wenig Spaß machen würde. Neuaufbau heißt das erklärte Ziel also im kommenden Jahr und die Gegner nicht mehr Aschaffenburg, Würzburg oder Ammerthal, sondern Wernberg, Katzdorf oder Kastl. Dann wird es neben einem völlig umgestalteten Kader (wie auch immer dieser aussehen wird) auch einen neuen Mann an der Seitenlinie geben - Lutz Ernemann wird dort nicht mehr stehen.

Dass am Ende seiner eineinhalb Jahre als Trainer der Abschied aus der Bayernliga stehen könnte, damit musste man sich frühzeitig abfinden. "Es war von vornherein klar, dass die Ausgangslage schwer ist. Sportlich war es absehbar. Was mich begeistert hat, war der menschlich und sportlich überragende Charakter der Mannschaft", so der Übungsleiter vor dem letzten Pflichtspiel seiner Elf. Doch Charakter und Einstellung allein halfen am Ende auch nicht. Mangelnde Qualität und Chaos in der Führung können schon eher als Grund dafür herhalten, dass der einst große FC Amberg in der kommenden Saison nur noch über Dorfplätze tingeln wird.

Damit drohe aber nicht zwangsläufig ein Versinken in der Bedeutungslosigkeit, versichert Ernemann: "Man darf den Rückzug nicht immer nur negativ sehen, sondern muss die Situation annehmen und nach vorne schauen. Ich glaube, die Oberpfalz und die Stadt Amberg brauchen einen Verein wie den FC Amberg, auf den Talente hinarbeiten. Dazu braucht es aber auch Unterstützung von außen, die es in den vergangenen Jahren zu wenig gegeben hat."

Aus der Bayernliga wolle man sich mit erhobenem Haupt verabschieden, wobei das durch die personelle Situation erschwert wird. Nico Herrndobler (muskuläre Probleme), Jan Fischer (Oberschenkelzerrung), Yannik Haller (Kreuzbandriss), Robin Wild (Bauchmuskelzerrung) und Johannes Ritter (Knieprobleme) fehlen weiterhin - passend zum Saisonabschluss ein erneut extrem ausgedünnter Kader. Aber auch dieses letzte Mal wird Lutz Ernemann elf Jungs aufs Feld schicken können - in seinem letzten Spiel als Trainer eines Teams, das vor ziemlich genau zwei Jahren noch vom dauerhaften Verbleib in der Regionalliga geträumt hat. Damals im Kader Matthias Götz, der nach seinem - nicht gerade in Freundschaft vollzogenem - Abschied in der Winterpause in Forchheim anheuerte.

FC Amberg: Bleisteiner (22), Plößl (25), Helleder (4), Tischler (15), Gömmel (17), Spieß (5), Keilholz (7), Florek (6), Fruth (16), Popp (11), Schulik (9)

Man darf den Rückzug nicht immer nur negativ sehen, sondern muss die Situation annehmen und nach vorne schauen.Lutz Ernemann, vor seinem letzten Spiel als Trainer des FC Amberg

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