15.05.2018 - 21:00 Uhr
Oberpfalz

Betrugsmasche bei Verbrechern in Bayern wieder beliebter Warnung vor "falschen Polizisten"

Nicht jeder, der sich als Polizist vorstellt, ist echt. Immer mehr Betrüger nutzen die Autorität der Beamten für ihre hinterhältigen Maschen. Archivbild: Stefan Puchner/dpa
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Das Telefon klingelt und ein angeblicher Polizeibeamter meldet sich mit professioneller Stimme. Der Angerufene hört daher automatisch erst einmal zu. Polizisten oder behördliche Vertreter genießen eben einen Vertrauensvorschuss, den sich immer mehr Betrüger zunutze machen. Der starke Anstieg der Zahlen von "falschen Bediensteten" bereitet der Polizei in Bayern große Sorgen. Auch in unserer Region gibt es neue Fälle.

Am Montagabend kam es in Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck laut Mitteilung der Polizeiinspektion Amberg zu gehäuften Meldungen von falschen Polizeibeamten. Die Betrüger riefen demnach unter der Nummer 09621/110 bei meist älteren Personen an und versuchten, an sensible Daten und Bankverbindungen zu gelangen. Durch eine verwendete Software manipulieren die Betrüger bei dieser Masche die Anzeige im Telefondisplay der Angerufenen, so dass dort die vertraute 110 zu sehen ist. Vielfach bauen Täter durch wiederholte Anrufe ein starkes Vertrauensverhältnis zu den Opfern auf und bringen sie dazu, Geld zu überweisen.

"Die Betrüger gingen sogar so weit, dass sie mit einer falschen Dienstnummer versuchten, sich zu legitimieren, um so das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen", teilte Polizeisprecher Achim Kuchenbecker zu den aktuellen Fällen mit. Dann würden die Angerufenen meist mit angeblichen Einbrüchen in ihrem näheren Umfeld konfrontiert und angewiesen, Auskünfte über Bargeld, Schmuck oder auch ihre Bankverbindung zu machen. Lassen sich die Betroffenen darauf ein, werden die falschen Beamten persönlich vorstellig, um Bargeld und Schmuck in "sichere" Verwahrung zu nehmen. Eine weitere Masche sei, ohne vorherigen Anruf an der Türe zu klingeln, sich Wertsachen zeigen zu lassen und sie im günstigen Moment zu stehlen. Die vorgetäuschten Geschichten sind laut Polizei beliebig wandelbar - am gängigsten seien Warnungen vor drohenden Einbrüchen. Die Polizei rät, sich eine Rückrufnummer geben zu lassen. In Bayern gäbe es zudem keine Anrufe von der Nummer 110.

Kuchenbecker warnt auch vor falschen Microsoft-Beratern: Ein Amberger (60) sei aktuell auf einen solchen Mitarbeiter hereingefallen, der über "Störungen" an dessen Computer informierte. Im der Folge gab der Betrogene seine Bankverbindung samt TAN-Nummer heraus. Und wurde um 2520 Euro betrogen.

Tipps der Polizei

Um nicht falschen Polizisten oder Microsoft-Beratern auf den Leim zu gehen, gilt es dies zu beachten:

- Echte Polizeibeamte werden auf keinen Fall am Telefon nach einer Bankverbindung fragen.

- Polizisten werden nie Geld oder Schmuck "sicher" in Verwahrung nehmen oder sich zeigen lassen.

- Polizisten werden nie "Dienstnummern" nennen, da es bei der bayerischen Polizei keine gibt.

- Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Sollten angeblich zivile Polizeibeamte vor der Tür stehen, hegen sie Zweifel, bitten sie um Namen und Dienststelle und fragen dort telefonisch nach.

- Die Firma Microsoft gibt keine telefonischen Beratungen - es ist immer ein Betrugsversuch.

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