Von Michaela Lowak
Jens Simon schwärmt von Schnitzel Milano, Saltimbocca und leckeren Nudelgerichten. „Wir waren mit 20 Leuten beim Probeessen“, erzählt der Vorsitzende des SV Altenstadt/WN begeistert. „Es hat allen sehr gut geschmeckt.“ Das habe letztendlich den Ausschlag gegeben, sich für Massimo Erodiani als neuen Pächter zu entscheiden. Schon in einigen Wochen wird aus der einstigen „D'Wirtschaft“ das italienische Restaurant „Pinseria Da Massimo“.
Nach dem Tod von Jürgen Füssl im Oktober 2024 stand der Altenstädter Verein plötzlich ohne Pächter da. Füssl hatte das Lokal viele Jahre lang sehr erfolgreich unter dem Namen „D'Wirtschaft“ betrieben. Die Gaststätte war weit mehr als nur ein Vereinslokal für den Sportverein. Die gutbürgerliche Küche kam bei Gästen aus der gesamten Region gut an. Für die Altenstädter war es ein Treffpunkt, und viele örtliche Vereine nutzten die Gastwirtschaft, um zusammenzukommen.
Erfahrung notwendig
Simon und seinem Vorstandsteam war damals schon klar, dass sich ein neuer Pächter nicht so leicht aus dem Hut zaubern lässt. „Wir hatten etliche Bewerbungen“, berichtet er. Aber vielen habe es an Erfahrung gefehlt. „Es bringt nichts, wenn jemand ohne gastronomisches Grundwissen einsteigt“, meint der SV-Vorsitzende. Dafür sei das Lokal zu groß. Die Gaststube samt Nebenraum fasst 120 Plätze, im Biergarten finden bis zu 150 Personen Platz und in den Sälen im Untergeschoss können an die 180 Gäste untergebracht werden. In der pächterlosen Zeit hat der SV zwar versucht, die Gaststätte am Leben zu erhalten, indem er sie anfangs an zwei Tagen in der Woche und später nur noch an einem Tag selbst bewirtschaftet hat. „Das lief alles ehrenamtlich“, sagt Simon. Doch auf Dauer könne man das von niemandem verlangen.
Massimo Erodiani ist in der Region rund um Weiden kein Unbekannter. Im Sommer 2023 war er von Ingolstadt in die Oberpfalz gezogen, um die Gaststätte des Schützenvereins Alpenrose zu übernehmen. Nach eineinhalb Jahren wechselte er dann ins Restaurant an der Tennishalle des TC Postkeller, wo er Ende März seine Zelte abbricht. Es habe nicht gepasst, begründet er seinen Wechsel nach Altenstadt/WN.
Küche umgestalten
Zwischen Erodiani und dem SV-Chef scheint die Chemie zu stimmen. „Wir haben uns vier- bis fünfmal getroffen, bevor wir den Vertrag fix gemacht haben“, sagt Simon. „Es muss schließlich für beide Seiten perfekt sein.“ Erodiani bestätigt dies: „Wir haben offene Gespräche geführt“, sagt er. „Ich habe gleich gemerkt, dass dies Hand und Fuß hat.“ Bevor die „Pinseria Da Massimo“ eröffnen kann, muss allerdings noch einiges gemacht werden, wie etwa die Küche umgestalten, einen Ofen für die Pinsas einbauen und den Gastraum anders dekorieren. Noch hängen an den Wänden die vielen kleinen Geweihe, die einst für den typischen „Wirtschaft“-Charme gesorgt haben, aber für ein italienisches Restaurant nicht mehr passend sind.
Apropos Pinsa: Bei Massimo gibt’s keine Pizzen, sondern Pinsas. Sie unterscheiden sich vor allem in der Herstellung des Teigs. Während eine Pizza aus Weizenmehl besteht, wird eine Pinsa aus Weizen-, Dinkel- und Reismehl gemacht. Der neue Wirt will nicht nur am Abend öffnen, sondern auch einen Mittagstisch anbieten. „Darüber werden sich vor allem die Mitarbeiter der umliegenden Firmen freuen“, sagt Jens Simon.
SV erneuert Sportstätten
Der SV Altenstadt kann nicht nur einen neuen Pächter präsentieren, sondern ist momentan dabei, die Sportstätten auf Vordermann zu bringen. Mit Hilfe eines Förderprogramms gelang es dem Sportverein, den kompletten Kabinentrakt zu sanieren, den oberen B-Platz zum Hauptplatz zu machen sowie eine neue Flutlichtanlage und einen neuen Zaun zu errichten. Außerdem ist ein neues Regiegebäude als Ersatz für einen alten Holzschuppen gebaut worden. 90 Prozent der Kosten werden durch das Programm abgedeckt, den Rest übernimmt die Gemeinde.
Eine weitere Neuerung kann der Verein Ende April vorstellen. Zwei kaum genutzte Tennisplätze werden derzeit zu drei Padel-Courts umgebaut. Erste Pläne, diesen Trendsport auch in Altenstadt/WN zu verwirklichen, habe es bereits zu Beginn des Jahres 2025 gegeben, erinnert sich der SV-Vorsitzende. Der Sportverein arbeitet hier mit einem Investor aus den Benelux-Ländern zusammen.


















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