19.02.2021 - 00:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzBesserWissen

Sauber bleiben bei Schnee und Eis: So geht richtige Autopflege im Winter

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Der Winter hat sich noch nicht verabschiedet, die Temperaturen können auch in den kommenden Wochen noch mal stark in den Minusbereich gehen. Dabei ist besonders jetzt die richtige Autopflege wichtig.

Durch das regelmäßige Pflegen und Putzen der Windschutzscheibe kann im Winter vermieden werden, dass sie bei Kälte stark beschlägt.
von Michelle BalzerProfil

Ob Schnee, Matsch, Eis oder Streusalz: Der Winter verlangt den Autos jedes Jahr einiges ab. Und genau deshalb ist die richtige Autopflege zu dieser Jahreszeit besonders wichtig. Das betont auch Gerald Beyer, Experte und Unternehmer in Sachen Autopflege: "Das Autowaschen im Winter ist auf jeden Fall möglich und vor allem wichtig, denn nur so können der Schmutz und die ganzen Umwelteinflüsse entfernt werden." Dabei spiele es keine Rolle, ob das Auto in einer Waschanlage, einer SB-Waschbox oder professionell gereinigt werde.

Für die Autopflege in der Waschanlage sollte man sich im Winter besonders viel Zeit nehmen. Vor allem das konsequente Trockenreiben der Dichtungen ist enorm wichtig. ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Lieberth betont, dass "besonders an der Heckklappe und an den Türen die Gefahr groß ist, denn hier können die Dichtungen anfrieren, und wenn man dann die Türe aufreißt, können sie beschädigt werden."

Deshalb gelte: Nach einer Autowäsche im Winter sollten besonders die Dichtungen im Einstiegsbereich und im Kofferraum abtrocknet werden. Sollte das Auto häufiger im Freien stehen, dann sollte auch eine Gummipflege in Betracht gezogen werden.

Vorwäsche nötig

Geht es um die Außenreinigung des Fahrzeugs, empfiehlt Wolfgang Lieberth im Winter vor allem eine Vorwäsche. Dem schließt sich auch Gerald Beyer an: "Zunächst den Lack schön von oben nach unten abstrahlen, und dann die Bürste oder einen Lappen benutzen und mit sanften Bewegungen das Auto waschen." Äußerst wichtig ist es laut Beyer, dass die Waschbürsten und auch die eigenen Lappen immer frei von Fremdkörpern sind, "nicht, dass da in der Waschbürste noch Steine vom Vorgänger sind und dann habe ich die Kratzer im Auto. Das kann im Winter gerne mal passieren."

Eine Möglichkeit, wie sich weniger viel Schmutz auf dem Auto sammelt, ist eine Wachsversiegelung. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel Sprühwachs selbst aufzutragen, Sprühwachs aus der Waschanlage oder auch eine Wachsversiegelung vom Experten. Beyer: "Allgemein ist jede Art von Schutz gut für die Oberflächengüte des Lackes. Und das Sprühwachs aus der Waschbox ist sicher besser für das Auto, als nichts zu machen."

Bei Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius sollte mit dem Auto nicht in die Waschanlage gefahren werden, betont Wolfgang Lieberth vom ADAC: "Denn so können Schäden an den Kunststoffteilen sowie am Lack entstehen. Da empfiehlt es sich eher, die Scheiben sauber zu halten, damit das Auto nicht so beschlägt - und wenn die Temperaturen wieder hochgehen, kann man in die Waschanlage fahren."

Scheibenwischer nicht beschädigen

Beyer ergänzt: "Die Scheibenpflege von innen und außen kann schon viel ausmachen, denn da ist innen zum Beispiel durch die Lüftung immer ein leichter Film auf der Scheibe." Auch die Außenreinigung der Spiegel und Seitenscheiben sei wichtig, da das Salzwasser dort trockne und so ein grau-weißer Schleier an den Scheiben entstehe. "Nur durch das Reinigen hat man dann eine klare Sicht von außen und von innen, und das Auto beschlägt weniger", erklärt Gerald Beyer.

Die Scheibenwischer sollten bei hohen Minustemperaturen langsam und vorsichtig von der Scheibe entfernt werden, da sonst die Gummilippe beschädigt wird, so Wolfgang Lieberth: "Einfach vorsichtig enteisen, lockern und dann mit einem Tuch reinigen. Alles, was man da braucht, ist Zeit und Geduld."

Beyer empfiehlt zum Vorbeugen des Anfrierens, die Scheibenwischer über Nacht aufzustellen oder auch eine Scheibenschutzmatte oder einen Karton, der zwischen die Wischer und die Scheibe gelegt wird.

Auch die Innenreinigung des Autos darf im Winter nicht vergessen werden. Allgemein sollte vermieden werden, dass Wasser in das Auto gelangt. "Ein gutes Beispiel sind Stoffmatten im Auto", so Beyer, denn "wenn man da mit den Schneeschuhen reingeht, schmilzt der Schnee, es entsteht Feuchtigkeit im Auto, das Kondenswasser steht im Auto, und das Auto beschlägt beim Start ganz besonders."

Eine einfache Alternative seien Gummifußmatten für den Winter, die dann allerdings auch regelmäßig ausgeklopft werden sollten.

Weitere Tipps zur Autopflege

Tirschenreuth
Gerald Beyer betreibt sein Unternehmen für professionelle Autopflege in Weiden seit 15 Jahren.
Wolfgang Lieberth, der ADAC-Verkehrsexperte, erklärt, dass der größte Fehler ist, im Winter nichts für sein Auto zu tun: "Wenn man sein Auto nicht abledert nach dem Waschen und allgemein nicht pflegt, dann kann es den Winter über und auch danach zu vielen Schäden am Auto kommen."
Service:

Tipps von Gerald Beyer

  • Das Auto von oben nach unten absprühen
  • So lange sprühen, bis das Auto frei vom gröbsten Dreck und der Lack gereinigt ist
  • Mit Bürste oder Lappen mit sanften Bewegungen die Oberfläche waschen
  • Darauf achten, dass Waschbürste und Lappen sauber sind
  • Das Auto absprühen und noch vor Ort abtrocknen und so das restliche Wasser entfernen
  • Bei Bedarf mit Sprühwachs behandeln

 

 

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