Nachhaltige Eindrücke bescherten Kirsten Obelgönner aus Bayreuth und Ulrike Schelter-Baudach ihren Gästen. Ein wunderbar weicher, aber auch farbiger und deswegen ausdrucksstarker Mezzosopran, begleitet von einer überaus versierten Organistin, die sich in die Brander Orgel geradezu verliebt hatte: Da muss die Botschaft tiefere Schichten der Zuhörer erreichen und starke Emotionen auslösen.
"Es braucht oft mehr als bloße Information, fasste Pater Joy am Ende zusammen, es braucht auch Musik als Sprache des Herzens"; an diesem Sonntag besonders den Müttern gewidmet, wofür sich das Thema "Engel" ganz besonders eignet. Ulrike Schelter-Baudach reichte es dabei keineswegs, sich einige Zeit vorher an die Orgel zu setzen und dann ein Konzert zu spielen. Nicht weniger als fünfmal war sie nach Brand gekommen, um sich in zehn Stunden mit jedem einzelnen Register des Instruments vertraut zu machen, den Einsatz von Spielhilfen auszuloten und schließlich die Orgel für das Konzert endgültig zu registrieren, um darauf die optimalen Klangfarben zu entwickeln und sie den jeweiligen Charakteren der Lieder oder Orgelstücke anzupassen. Und das gelang umso mehr, als die beiden Künstlerinnen schon lange zusammen musizieren, wo Lied und Begleitung geradezu verschmelzen. Mit dem Programm waren sie auch schon in anderen Konzertorten, unter anderem in Dresden, unterwegs waren. Es begann barock mit "Hark! Hark! The Echoing Air" von Henry Purcell, wunderbar weich mit einem wohltuend feinen Vibrato, ebenso hell und freundlich wie festlich und feierlich.
Ein faszinierender Einstieg, der große Lust auf mehr macht. Schnell ist der Zuhörer wieder bei den Engeln, wenn er sich in den leichten, hellen, aufsteigenden Melodien der Toccata C- Dur- Toccata von J.S.Bach wiederfindet, in wohlüberlegter Registrierung der romantisch ausgerichteten Orgel barocke Transparenz trotzdem nicht verlassend, woran auch eine bestechend schöne Untermalung im Pedal ihren Anteil hat. Mit "Gottes Engel weichen nie" von Bach wird das Publikum aus der Barockzeit entlassen. Das Eintauchen in die Romantik geschieht langsamer, behutsamer und auch breiter, die themenbestimmende Leichtigkeit und Lieblichkeit wird jedoch nicht verlassen und im Präludium G-Dur fortgesetzt. Das sehr froh und mutig machende "Sei stille dem Herrn" aus dem "Elias" versprüht Hoffnung und Zuversicht.
Aus Max Regers "Schlichten Weisen" hatten die Künstlerinnen "Beim Schneegebet" und "Des Kindes Gebet" ausgewählt und damit sich der eher sensiblen Seite des sonst auch deftigen und widersprüchlichen Oberpfälzers zugewandt. "Maria am Rosenstrauch" -Maria wird oft mit der Symbolik der Rose verknüpft - durften die anwesenden Mütter als Muttertagsgeschenk für sich in Anspruch nehmen. Mit Liedern von Francis Poulenc und Louis Vierne ging es französisch weiter. Kein Problem! Die Texte waren deutsch im Programmheft ausgedruckt. "Angelus" mit zauberhafter Orgelbegleitung und die Stimmungen des Tagesablaufs, Morgenstimmung, Sonnenstrahlen und Unruhe am Mittag und schließlich die anbrechende Abendstimmung standen auf dem Programm und verlangten wohlüberlegte Registrierung wie auch große Flexibiltät der Stimme. "O Mensch, lerne Tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen", hatte Ulrike Schelter-Baudach ins Programmheft geschrieben. Ein ungeheuer vielfältiges Stück, "Tanz der Engel", farbig-frech wie auch festlich jubelnd, nutzt alle Möglichkeiten des musikalischen Ausdrucks und schaffte einen mächtigen Abschluss.
Orgelstück berauschend, Darbietung einfach grandios. Natürlich fehlen bei diesem Thema die 14 Engel aus "Hänsel und Gretel" nicht. Den wohltuenden und tief gehenden "Abendsegen" von E. Humperdick gab es als Zugabe.













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