14.12.2018 - 10:16 Uhr
Deutschland & Welt

Wellness-Freuden für die kalte Jahreszeit Ab in die Sauna

Jedes Jahr im Winter das gleiche Bild: Sauna, Dampfbad & Co. sind wegen der kalten Außentemperaturen besonders beliebt. Etwa 23 Millionen deutsche gehen regelmäßig in den „Schwitzkasten“ – fast könnte man meinen, es sei schon eine Art Volkssport geworden. Die Erfinder der Sauna sind aber die Finnen, die bereits vor 2000 Jahren beim Schwitzen entspannten und gleichzeitig etwas für ihre Gesundheit taten. Denn: Saunieren stärkt das Immunsystem und beugt Infektionskrankheiten vor.

von Gesund & VitalProfil

Klar: Wenn es draußen kälter wird, macht ein wärmender Saunagang besonders viel Spaß. Experten empfehlen das gesunde schwitzen aber nicht nur während der kalten Monate, sondern ganzjährig. Schließlich reinigt die heilsame Hitze den Körper von Schlackenstoffen, hält das Immunsystem in Schwung und stärkt Herz und Kreislauf. Ein Saunagang wirkt sich zudem positiv auf die Psyche und das allgemeine Wohlbefinden aus. Ein bis zwei Stunden nach dem Schwitzbad stellt sich eine angenehme Müdigkeit ein. Deshalb empfiehlt es sich, abends in die Sauna zu gehen.

Mal richtig Dampf ablassen: Sauna und heiße Bäder

Nicht alles, was sich Sauna nennt, ist wirklich eine Sauna. Neben der klassischen Schwitzstube hat man heute die Wahl zwischen vielen unterschiedlichen heißen Bädern. Typisch für die Sauna ist die hohe Temperatur zwischen 80 und 105 Grad Celsius sowie die geringe Luftfeuchtigkeit. Durch dieses heiße und trockene Klima wird die Schweißverdunstung stark gefördert. Neben der Sauna haben sich bis heute viele Varianten heißer Bäder erhalten. Hier die bekanntesten:

Das irische Bad oder Feucht-Warmluft-Bad

Das irische Bad wurde erst im letzten Jahrhundert von zwei Ärzten entwickelt. Der Unterschied zu anderen Bädern liegt darin, dass durch eine besondere Frischluftzufuhr die Nebeltropfenbildung verhindert wird. Die Temperatur liegt bei 50 bis 55 Grad Celsius.

Das Dampfbad

Die Temperatur beim Dampfbad beträgt 40 bis 45 Grad Celsius. Durch einen Dampfkessel wird übersättigter Wasserdampf erzeugt und durch röhren in den Baderaum geleitet, in dem er als sichtbare Schwaden in der Luft hängt.

Das türkische Bad

Das türkische Bad besteht aus mehreren Räumen innerhalb eines massiven Gebäudes. Hauptbestandteil sind ein Warmluft- und ein Heißluftraum mit 40 beziehungsweise 50 Grad Celsius. Hierfür werden Wasserbecken geheizt, so dass warme, feuchte Luftmassen aufsteigen. Die anschließende Abkühlung ist in kälteren Räumen möglich. Wer möchte, kann sich auch mit kühlem Wasser abgießen.

Saunagang: Das passiert im Körper

Die Temperatur im Körperinneren steigt während eines Saunaganges um etwa ein bis zwei Grad Celsius an, die Haut erwärmt sich um drei bis zehn Grad Celsius. Dabei weiten sich die Blutgefäße, so dass die doppelte Menge an Blut durch die Adern gepumpt wird. Gleichzeitig läuft die Schweißproduktion auf Hochtouren: 20 bis 30 Gramm werden pro Minute produziert. Nach 15 Minuten schwitzen sind das etwa 400 Gramm Schweiß pro Saunagang beziehungsweise fast ein Liter nach zwei Saunagängen.

Gesunder Kurztripp ins Warme

Ein Besuch in der Sauna ist angenehm und vor allem gesund. So befreit das heilkräftige schwitzen den Körper von Schlackenstoffen. Auch das Herz profitiert vom Saunabesuch – da die Arterien geweitet sind, wird das Herz besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Gleichzeitig stärken Sauna, Dampfbad & Co. die körpereigenen Abwehrkräfte: Aufgrund der eingeatmeten heißen Luft werden die Schleimhäute besser durchblutet und ihre Sekretabsonderung gesteigert; die Abwehrstoffe in den sekreten wiederum bekämpfen die Krankheitserreger. Außerdem härten die Wärme-Kälte-Reize ab: Wer über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten einmal wöchentlich ausgiebig schwitzt, ist nicht mehr so wetterfühlig.

Die Muskulatur wird durch das saunieren trainiert und ist deshalb „reaktionsschneller“ bei abrupten Temperaturwechseln. Auch wer Probleme mit den Bronchien hat, wird den Saunagang als wohltat empfinden. Das Fassungsvermögen der Lunge erhöht sich aufgrund der muskelentspannenden Wirkung der Sauna, so dass das Durchatmen leichter wird. Bei bestimmten Erkrankungen sollte man jedoch vorsichtig sein und zunächst den Arzt fragen, ob und wann man die Sauna aufsuchen darf. Vorsicht geboten ist bei: Asthma, Venenschwäche/Krampfadern, Hautproblemen, Rheuma, Erkältung, Bluthochdruck, Herzschwäche, Entzündungen.

Info:

Wichtige Saunaregeln

• Nicht mit leerem Magen oder direkt nach dem Essen in die Sauna gehen.
• Vor dem Betreten der Sauna duschen – so wird der störende Fettfilm der Haut entfernt.
• Ein warmes Fußbad zuvor akklimatisiert den Körper und bereitet auf die Wärme vor.
• Für Sauna-Anfänger ist es ratsam, die Bänke der unteren oder mittleren Reihe zu wählen.
• Um Schwindel zu vermeiden, empfiehlt es sich, die letzten zwei Minuten aus der Liegeposition in die senkrechte Position zu wechseln.
• Ein klassisches Saunabad dauert zwischen acht und zwölf Minuten, jedoch nicht länger als 15 Minuten.
•Um nach dem saunieren die Atemwege zu kühlen und Sauerstoff zu tanken, ist es üblich, etwa zwei Minuten an die frische Luft zu gehen.

 

 

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