Immerhin: Der Tatverdächtige im Fall der ermordeten Susanna ist verhaftet. Die Zusammenarbeit der Bundespolizei mit den kurdischen Sicherheitskräften im Irak hat funktioniert. Fast schon ein Wunder in der Serie "Behördenpannen der letzten Monate".
Das Verbrechen an der 14-Jährigen in Wiesbaden sorgt dafür, dass die Spaltung unserer Gesellschaft immer tiefer wird. Die Zahl derer, die Flüchtlinge generell für Kriminelle halten, wächst. Die Menge der Gutmeinenden, der Hilfsbereiten schrumpft. Der Vertrauen in die Politik, in die Justiz, ist bei breiten Teilen der Bevölkerung bis ins Mark erschüttert.
Die AfD kocht ihr eigenes Süppchen, benutzt Fälle wie den Tod Susannas schamlos zur Profilierung. Sie bricht Tabus im Bundestag, veranstaltet eine unangekündigte Schweigeminute. Alles mit Kalkül. Der Applaus ihrer Anhänger ist sicher, die mediale Aufmerksamkeit ebenso. Der Verstand wird auf dem Feld der Emotionen begraben.
Schuld ist aber zunehmend der Rechtsstaat selbst, der in einem absurden Spiel vorgeführt wird. Ein polizeibekannter Flüchtling flieht in den Irak - ein Treppenwitz. Das Gefühl, dass die Bundesregierung nicht mehr die Kontrolle über die Asylpolitik hat, wächst.
Es gilt, die Notbremse zu ziehen. In erster Linie nicht wegen denjenigen, die ohnehin das Vertrauen in den Staat verloren haben. Es geht darum, nicht noch mehr Menschen zu verlieren. Das Asylverfahren und die Rechtslage müssen human bleiben. Aber sie dürfen dem Missbrauch nicht länger Tür und Tor öffnen. Dies ist die Masteraufgabe der Großen Koalition. Die Zeit läuft.













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