Weiherhammer
15.02.2026 - 13:17 Uhr
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Stellenabbau bei BHS-Corrugated: „Nur“ noch rund 90 Mitarbeiter in Weiherhammer betroffen

Die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft sind zu Ende. Laut IG Metall sind die Konditionen des Stellenabbaus bei BHS-Corrugated nun besser. Auch die Zahl der Betroffenen sei kleiner. Trotzdem gibt es Kritik.

Bei BHS-Corrugated ist ein größerer Stellenabbau geplant – auch am Stammsitz in Weiherhammer. Bild: Gabi Schönberger
Bei BHS-Corrugated ist ein größerer Stellenabbau geplant – auch am Stammsitz in Weiherhammer.

Von einem Erfolg will Udo Fechtner nicht sprechen. Es gehe ja weiterhin um etliche Arbeitsplätze, die wegfallen. Um Menschen, die ihren Job verlieren. „Aber immerhin sind die Konditionen jetzt okay“, sagt der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Amberg. Das sei jetzt eine „ganz andere Nummer“ als das, was BHS-Corrugated anfangs angeboten habe. Auch die Zahl der Stellen, die in Weiherhammer abgebaut werden sollen, sei kleiner geworden. Fechtner spricht nun von rund 90 Betroffenen. Anfangs war die Rede von 110 Mitarbeitern.

Anfang der vergangenen Woche seien die Verhandlungen zwischen Unternehmensführung, Betriebsrat und Gewerkschaft zu Ende gegangen, sagt Fechtner. Am Mittwoch habe der Betriebsrat den ausgehandelten Sozialplan angenommen, am Donnerstag habe es für die betroffenen Mitarbeiter eine weitere Infoveranstaltung gegeben. BHS-Corrugated wollte sich auf Anfrage von Oberpfalz-Medien nicht dazu äußern.

Seit Ende Januar ist klar, dass das Unternehmen einen größeren Stellenabbau plant – und zwar nicht nur am Stammsitz in Weiherhammer. Weltweit sollen 15 Prozent der Belegschaft gehen. Als Gründe wurden die gesamtwirtschaftliche Situation, die Zurückhaltung der Kunden sowie weggefallene Aufträge genannt. BHS-Corrugated ist einer der größten Arbeitgeber der Region und führender Anbieter von Maschinenbau-, Anlagenbau-, Lifecycle-Service- und digitalen Lösungen für die Anforderungen der Wellpappenindustrie. Weltweit beschäftigt die Firma derzeit rund 3.700 Mitarbeiter.

"Total unübliche" Vorgehensweise

Dass in Weiherhammer nun rund 90 statt ursprünglich 110 Menschen vom Stellenabbau betroffen sind, liege nicht nur an den Verhandlungen, erklärt Udo Fechtner. Zum Teil hätten sich auch Kollegen gemeldet, die in Altersteilzeit gehen. Den 90 Mitarbeitern lägen nun die Angebote vor, so der Gewerkschafter. Was die Ausstattung der Transfergesellschaft sowie die Höhe der Abfindungen angeht, seien die Angebote nach den Verhandlungen deutlich besser, sagt der IG-Metaller. „Die Kollegen müssen jetzt überlegen, ob sie das Angebot annehmen oder es darauf ankommen lassen, dass Kündigungen ausgesprochen werden.“ Wie von den Betroffenen darauf reagiert werde, könne Fechtner noch nicht sagen.

Kritik äußert der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Amberg an der Vorgehensweise von BHS-Corrugated. Noch bevor es zu Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft kam, habe das Unternehmen die betroffenen Mitarbeiter zum Vorgesetzten zitiert, bei dem ihnen mitgeteilt worden sei, dass sie ab diesem Tag widerruflich freigestellt seien. Sie seien dann bezahlt nach Hause geschickt worden. „Für die Leute war das ganz schwierig“, sagt Fechtner. Das sei „von einer Minute auf die andere“ geschehen. „So ein Vorgehen ist total unüblich.“ Normal sei es, so Fechtner, dass Betriebsrat, Gewerkschaft und Geschäftsführung zuerst die Konditionen eines Personalabbaus verhandeln und dann erst auf die Personen zugegangen werde.

Die Unternehmensführung von BHS-Corrugated wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

IG Metall will Beschäftigungssicherung

Kurz nach der Ankündigung des Stellenabbaus ließ Christian Engel, BHS-Vorstandssprecher, an anderer Stelle aber mit Aussagen über eine Neuausrichtung des Unternehmens aufhorchen. Engel sprach dabei von einem „Systembruch“, von „Dezentralisierung“. Seitdem halten sich Gerüchte, dass etwa der Maschinenbau nach China verlagert werden solle.

„Gerüchte gibt es jede Menge“, sagt Udo Fechtner. Den Punkt mit den möglichen Verlagerungen habe die Gewerkschaft deswegen auch in den Verhandlungen angesprochen. Da sei es von der Geschäftsführung verneint worden, sagt Fechtner. „Es ist aber trotzdem ein Thema bei uns in der IG Metall“, betont er. Demnächst wolle man über eine langfristige Beschäftigungssicherung für den Standort Weiherhammer verhandeln. Dass BHS-Corrugated tatsächlich Teile der Produktion nach Asien verlagere, könne sich Fechtner aber weiterhin nicht wirklich vorstellen. Die Zollpolitik, die ganzen geopolitischen Unsicherheiten – da sei BHS ja auch nicht außen vor. Das Unternehmen wollte sich zu diesem Thema auf Anfrage ebenfalls nicht äußern.

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