17.02.2020 - 15:59 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Ein Abend mit Licht und Schatten

Wo Licht ist, da ist auch Schatten: Das macht sich Peter Müller mit seinem Schattenspieltheater „Königs Weltreise“ zu Nutze. Zusammen mit Marie Feldt erzählt er imStadttheater die skurrilen Reiseabenteuer eines ungewöhnlichen Paares.

Das Theater Handgemenge verzauberte mit der preisgekrönten Schattentheater-Produktion „Königs Reise“ auch das Amberger Publikum mit der surrealen und abenteuerlichen Reise um die halbe Welt mit mehr als 60 Mitwirkenden!
von Marielouise ScharfProfil

Auftakt ist mit Posaune, Pfeiferl, Trommel und Klavier. „Schönen guten Abend“ - so begrüßt die Puppenspielerin aus Mecklenburg-Vorpommern das Publikum. „Wir haben mitgebracht, was wir schleppen konnten!“, sagt sie. Jede Menge Flachfiguren sind das, und eine unterhaltsame 80-Minuten-Vollmondgeschichte! Theaterchef Peter Müller zeichnet verantwortlich für Bühne, Licht und Ton. John Carlson ist für die passende Musikuntermalung zuständig.

Erzählt wird hinter einer Tuchwand, die auf der großen Bühne aufgebaut steht. Lichtstrahler beleuchten das Geschehen das vom Publikum im Schattenriss zu sehen ist. Einmal recht klein, dann auch gezoomt im Großformat treten Herr König und Frau Kümmer auf. Er regiert das Volk der Regenschirm- und Gießkannenträger, sie regelt alles was den Herrscher betrifft. Also dieses ulkige Paar purzelt irgendwann und irgendwie durch die Welt, ist mit Bus, Ballon und Bahn unterwegs, reist mit Flaschenpost, Segel- und Wüstenschiff, besucht Inseln und Großstädte, Wüsten und Ozeane. Dabei er- und überlebt es Stürme, Hitze und „Ökolärmattacken“, die der Mann am Klavier perfekt illustriert.

Das Wechselspiel von Licht und Schatten wird mit viel Witz und Esprit ausgelotet. Sowohl die Bilder als auch die Texte changieren zwischen Hell und Dunkel. Mal optimistisch-lustig, dann wieder melancholisch-verunsichert, die Stimmung schwankt je nach Lust und Laune. Mit Einfühlungsvermögen beschäftigen sich die Puppenkünstler mit der intensiven Darstellung aber auch der Symbolik der Helldunkel-Phänomene.

So staunt man über die spannenden Lichtinstallationen und die intensive Inszenierung von Wüste, Wasser und Wellen, Inselidyll und Großstadt-Skyline. Nicht nur die Figuren, auch die Schauspieler werfen Schatten auf die Leinwand, einmal scharf zu erkennen, dann wieder vergrößert oder in verzerrten Proportionen. Nachdem dem Herrn König unterwegs immer mehr Zacken aus der Krone brechen, tauscht er das Statussymbol am Ende gegen einen Hut aus, verbandelt sich mit seiner Reisebegleitung und die Exkursion beginnt neu…

Glücklich, wer in den vorderen Reihen Platz gefunden hat, der Rest hatte mit den teils sehr kleinen Bildern und den manchmal schlecht verständlichen Texten Probleme. Trotzdem – berechtigter großer Applaus.

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