28.06.2019 - 18:54 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Amberg-Weiden als 5G-Modellregion: Mit neuer Technik zum Medizin-Vorreiter

Weiden-Amberg wird 5G-Modellregion: Es dauert zwei Tage, um zu ergründen, was diese Meldung aus dem Haushaltsausschuss des Bundestags bedeutet. Dann steht fest, es geht nicht um schnelleres Internet, sondern um medizinische Versorgung.

Alle Hoffnung auf 5G. Amberg-Weiden wird zur Modellregion für den neuen Mobilfunkstandard.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Die Region Weiden-Amberg soll deutschlandweiter Vorreiter bei der medizinischen Versorgung ländlicher Räume werden. Das Bundesverkehrministerium hat das Gebiet als 5G-Modellregion ausgewählt, der Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch 44 Millionen Euro für sechs Regionen freigegeben, in denen die neue Mobilfunktechnik vorab eingeführt und damit verbundene Anwendungsmöglichkeiten erforscht werden sollen. Weiden-Amberg ist die einzig bayerische Region im Programm.

In jeder Modellregion wird ein anderes Anwendungsgebiet erforscht. In der nördlichen Oberpfalz wird dies eben die Medizintechnik sein. Laut SPD-Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch sind zunächst 8 Millionen Euro dafür vorgesehen. "Da es sich vor allem um konzeptionelle Förderung handelt, erwarten wir, dass ein erheblich größerer Betrag an Mitteln für den 5G-Ausbau in die Region fließen wird", ergänzt der Amberger Abgeordnete, Alois Karl.

Sein CSU-Kollege Albert Rupprecht sagt, er habe aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erfahren, dass es eine Reihe von Bewerbungen aus ganz Deutschland für die 5x5G-Modellprojekte gegeben hat. Dass die Wahl auf Weiden-Amberg fiel, sei ein Glücksfall für die Region.

Dieser Glücksfall ist der Vorarbeit des Landkreises Neustadt/WN und der OTH Amberg-Weiden zu verdanken. Beide Institutionen haben sich um die letztlich erfolgreiche Bewerbung gekümmert. Die OTH setzt seit längerem einen Forschungsschwerpunkt bei Gesundheits- und Medizintechnik. Seit zwei Monaten trägt sie den Titel "Medical Valley Center" - als eine von wenigen Hochschulen Bayerns. Bei der Umsetzung der Projekts sollen Medizinanbieter vor Ort eingebunden werden.

Konkret geht es um die Erforschung zweier Anwendunggebiete: die Telemedizin und häusliche Pflege in Verbindung mit sogenanntem "Ambient Assisted Living". Neue vernetzte Technologien sollen selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen. Die deutlich schnellere Datenübertragung des 5G-Standards schafft hierfür neue Anwendungsmöglichkeiten. Um diese in der Praxis zu testen, soll ein 5G-Netz aufgebaut werden, vermutlich im Umfeld der OTH, erklärt Uli Grötsch. Ausdrücklich nicht vorgesehen ist die vorgezogene Nutzung durch private Mobilfunkkunden. Wer sich also auf schnelleres Surfen im Netz gefreut hat, wird zumindest vorerst enttäuscht.

Einig sind sich Karl, Grötsch und Rupprecht in der Bewertung des Projekts von OTH und Landkreis Neustadt/WN. Es biete der Region ungeahnte Chancen. Dass betreffe die Wirtschaft, vor allem könnten aber ältere Menschen profitieren, indem es ihnen ermöglicht wird, auch in der Provinz medizinische Spitzenkräfte in Anspruch zu nehmen und trotz Pflegebedürftigkeit in vertrauter Umgebung zu leben. Kommentar

Ergänzung:

Landkreis erarbeitet Bewerbung

In einer früheren Version des Artikels war die Rolle der Landkreises Neustadt/WN für die Bewerbung zu dem Modellprojekt nicht enthalten. Dieser wurde nachträglich hinzugefügt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.