28.01.2020 - 15:19 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Ein Amerikaner verzaubert Amberg

„Liebe ist das einzige, was zählt“ heißt es im Musical „Ein Amerikaner in Paris“, das am Montag im Stadttheater Amberg ausgiebig bejubelt wurde. Zu Recht! Denn dem Euro-Studio Landgraf ist mit dieser Produktion ein großer Wurf gelungen.

Das Eurostudio Landgraf brachte die schwungvolle, ballettreiche Gershwin-Hommage „Ein Amerikaner in Paris“ nun in einer Tourneefassung ins Amberger Stadttheater und begeisterte damit die Theaterbesucher.
von Marielouise ScharfProfil

Getragen von den unvergesslichen Gershwin-Melodien hat Regisseur Christopher Tölle eine moderne, temporeiche Show-on-Tour inszeniert, die von Anfang bis Ende begeisterte. Zwischen den opulenten Tanzszenen mit Ausschnitten aus Gershwins "Concerto in F", "Cuban Ouverture" und "Ein Amerikaner in Paris" erklingen seine bekannten Songs wie "I Got Rhythm", "The Man I Love", "’S Wonderful" und "Stairways To Paradise" in deutscher Übersetzung.

Im Mittelpunkt des Musicals steht die pulsierende französische Metropole, steht die Kunst, die Leidenschaft und natürliche eine innige Liebesgeschichte zwischen dem ehemaligen GI Jerry und der jungen Tänzerin Lise, die als jüdisches Mädchen von einer Pariser Familie versteckt und damit vor den Nazis gerettet worden war.

Ort der Handlung Paris, Kriegsende 1945. Die Parfümverkäuferin und aufstrebende Tänzerin Lise (Mariana Hidemi) hat gleich drei glühende Verehrer: den amerikanischen Kriegsveteran und ambitionierten Maler Jerry Mulligan(Tobias Joch), den ebenfalls nach Paris verschlagenen amerikanischen Komponisten Adam Hochberg (Robert D. Marx) sowie Henri Baurel (Nico Schweers), der seine Berufung zum Sänger vor seiner Mutter, der schrulligen Madame Baurel (Michaela Hanser) unbedingt geheim halten will. Kunstmäzenin Milo Davenport (Kira Primke) bringt eigene Ideen und Künstler für das neue Ballett von Mister Z (Lukas Schwedeck) ein, geht aber in Sachen Liebe leer aus.

Vor überdimensionaler LED-Wand, die mit immer wechselnden Videoinstallationen, großformatigen Postkartenidyllen, farblichen Stimmungsinterpretationen und belebten Innenräumen, unterschiedliche Orte markieren, entwickelt sich eine Liebes-Dreiecks-Geschichte in 14 Szenen. Die Farben changieren von deprimierendem Nachkriegsgrau zu hoffnungsvollem Nachtblau und von erotischem Moulinrougerot zu zuversichtlich-zukünftigem Lichtgold. Die abwechslungsreichen Choreografien schmiegen sich zwischen nostalgische Laternen und kühl konstruierten Scheinwerfer, bewegliche Sitz- und Regalkonstruktionen, Cafehaustischchen und Saloninterieur.

Bunte Tanzbilder, in Gruppen und Formationen, als zarte Pas de Deux und federleichte Soloauftritte beleben die Szenerie. Aus dem Orchestergraben bringen sich die Musiker des "Krzysztof Klima Festival Orchesters Krakau" unter Leitung von Heiko Lippman mit einer pulsierenden Mixtur aus Jazz und Klassik laut und deutlich in Stellung. Alles wird untermalt von der bildhaften Gershwin-Musik und einem phantastischen Ballett. Weite Teile der Handlung, der Emotionen, ja sogar des Bühnenbildwechsels werden tänzerisch ausgedrückt.

Mit brillanten Choreografien, beachtlichen Gesangszenen, einfallsreichen Kostümen und phänomenalen Videoeffekten (Robert Pflanz) überzeugt der Abend mit erstklassigen Solisten und einem mitreißenden Tanzensemble, das vor der grandiosen Kulisse von Eiffelturm, Sacre-Coeur, Notre-Dame, am Seine-Ufer, im Ballsaal des Ritz, im Moulin Rouge oder auch unter der Jugendstil-Kuppel der Galerie Lafayette immer nur den besten Eindruck hinterließ. Auch hinter den Kulissen bei den Castings der Tänzerinnen, bei den Proben, in der Garderobe, vor der Premiere - das Publikum ist hautnah dabei.

„Die Liebe ist noch wichtiger als die Kunst“, lautet die Quintessenz des gelungenen Musical-Abends, der wie im Flug verging. Die fast 20 Darsteller, allesamt musicalerfahren in bekannten Produktionen, hatten eine vielseitige Aufgabe. Sie mussten nicht nur tanzen, sondern auch singen und spielen – eine große Herausforderung für die Mitwirkenden aus Deutschland, England, Italien, der Schweiz und Brasilien. Für diese Topleistung gab es minutenlangen Trampelapplaus!

Das Eurostudio Landgraf brachte die schwungvolle, ballettreiche Gershwin-Hommage „Ein Amerikaner in Paris“ nun in einer Tourneefassung ins Amberger Stadttheater und begeisterte damit die Theaterbesucher.
Das Eurostudio Landgraf brachte die schwungvolle, ballettreiche Gershwin-Hommage „Ein Amerikaner in Paris“ nun in einer Tourneefassung ins Amberger Stadttheater und begeisterte damit die Theaterbesucher.
Das Eurostudio Landgraf brachte die schwungvolle, ballettreiche Gershwin-Hommage „Ein Amerikaner in Paris“ nun in einer Tourneefassung ins Amberger Stadttheater und begeisterte damit die Theaterbesucher.
Das Eurostudio Landgraf brachte die schwungvolle, ballettreiche Gershwin-Hommage „Ein Amerikaner in Paris“ nun in einer Tourneefassung ins Amberger Stadttheater und begeisterte damit die Theaterbesucher.
Das Eurostudio Landgraf brachte die schwungvolle, ballettreiche Gershwin-Hommage „Ein Amerikaner in Paris“ nun in einer Tourneefassung ins Amberger Stadttheater und begeisterte damit die Theaterbesucher.
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