22.06.2018 - 18:06 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Bayernland: Finanzkraft mit Käse und Butter

Hohe Preise bescheren Genossenschaft Rekordumsatz - Höchste Investitionen in der Firmengeschichte

Die Molkereigenossenschaft Pleystein – mit Geschäftsführer a. D. Hubert Schmid, Vorstandschef Franz Nickl und Martin Reber (sitzend von links) – liefert künftig an Bayernland. Darüber freuen sich Hauptgeschäftsführer Gerhard M. Meier und Vorsitzender Albert Deß (stehend von links).
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Amberg/Pleystein.(cf) Die Bayernland eG, eine der Großen unter den deutschen Milchverarbeitern, wächst weiter: 2017 bescherte einen um 10 Prozent gesteigerten Rekordumsatz von 545 Millionen Euro - und mit der Molkereigenossenschaft Pleystein eine dritte "Primär-Genossenschaft" (neben Domspitzmilch Regensburg und Käserei Bayreuth): Sie bringt ihre 40 Millionen Kilogramm Milch nicht wie bisher zu den Naabtaler Milchwerken, sondern ab 1. Januar 2019 zu Bayernland. Die Pleysteiner Genossenschaft deckt mit ihren 183 Milch-Lieferanten weitgehend den Altlandkreis Vohenstrauß ab. Die Bayernland-Generalversammlung im ACC Amberg wählte am Freitag die Pleysteiner Franz Nickl und Martin Reber in den Vorstand bzw. Aufsichtsrat.

Bedauern über Kemnath

Seit 1995 leitet Albert Deß die Geschicke von Bayernland. Damals stand die Genossenschaft kurz vor der Pleite, heute weist sie in der Bilanz fast 49 Millionen Euro Rücklagen und ein Finanzergebnis von 3,25 Millionen Euro auf. Bayernland kann also auf genügend Mittel zurückgreifen, um gewaltige Investitionen zu stemmen. 2017 eröffnete die Bayernland - über ihre Südtiroler Tochter Bayernland Sterzing - in Verona ein Vertriebs- und Logistikzentrum für 22 Millionen Euro. Das in nur acht Monaten erstellte Großprojekt mit 8000 Palettenstellplätzen schlägt 85 000 Tonnen Milchprodukte um.

Bayernland leitet eine weitere Mega-Investition ein: Der Neubau der Käserei Bayreuth beläuft sich auf mehr als 40 Millionen Euro. Die Kapazitäten sind auf die Produktion von bis zu 40 000 Tonnen Hart- und Schnittkäse-Spezialitäten im Jahr ausgelegt. Gleichzeitig erfährt die Käserei Amberg für annähernd 6 Millionen Euro eine "technische Ertüchtigung", um vor allem die Mozzarella-Stücke-Herstellung von Bayreuth zu übernehmen. Deß betonte sein Bedauern, dass dem Ausbau von Bayreuth die Käserei Kemnath aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zum Opfer fällt: "Die Entscheidung ist mir als Oberpfälzer nicht leicht gefallen. Wir mussten uns der Realität beugen." Der Standort Kemnath wird im Juni 2021 dichtgemacht. Die 80 "hochmotivierten, qualifizierten" Beschäftigten verarbeiten derzeit 230 Millionen Kilogramm Milch zu Schnittkäse. Bei einem stark steigenden Anteil von Biomilch bewältigten die knapp 1200 Beschäftigten von Bayernland 2017 die Weiterverarbeitung von 800 Millionen Kilogramm Rohmilch.

Wie Hauptgeschäftsführer Gerhard M. Meier ausführte, werden 120 000 Tonnen Käse und Butter in 50 Länder exportiert: von Australien bis Zypern. Die Südtiroler Tochter erwirtschaftet als der mit Abstand größte Milcherzeugnisse-Importeur Italiens 193 Millionen Euro. Zu den Tochtergesellschaften zählen u. a. der Allgäuer Käsespezialist "herz" (47 Millionen Euro Umsatz), die Bavaria mit Verpackungsmaterialien (45 Millionen Euro), die ökologisch ausgerichtete ÖMA Beer mit Feinkost-Produkten aus dem Allgäu sowie DFF (Butaris). In der Gruppe beläuft sich der Umsatz auf etwa 800 Millionen Euro.

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