03.12.2019 - 16:13 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Grüße aus Skandinavien

Auf das Amberger Sinfonieorchester wartet an Silvester eine besonders angenehme Aufgabe: Mit opulenten Glanzlichtern und schwungvollen Klängen begleiten die Musiker das Publikum im Stadttheater Amberg vom alten ins neue Jahr.

Das Amberger Sinfonieorchester unter Leitung von Thomas Appel.
von Anke SchäferProfil
Pianistin Johanna Marie Hennig

Das Amberger Sinfonieorchester lädt zum festlichen Jahresausklang am Dienstag, 31. Dezember (19 Uhr), ins Stadttheater Amberg. Als zentrales Werk des Abends steht das berühmte Konzert für Klavier und Orchester von Edvard Grieg auf dem Programm. Dirigent Thomas Appel und Pianistin Johanna Marie Hennig haben der Kulturredaktion mehr verraten:

ONETZ: Herr Appel, ist nach einem umjubelten Silvesterkonzert für Sie eigentlich immer gleich wieder vor dem nächsten Silvesterkonzert?

Thomas Appel: Im Prinzip ja. Mittlerweile ist es sogar derart komplex geworden, dass im Sommer oder Herbst die Weichen für das Konzert des darauffolgenden Jahres gestellt werden müssen. Denn sonst sind unter Umständen Solisten bereits anderweitig verpflichtet. Für solch exponierte Tage im Konzertkalender sind die Vorlaufzeiten eben noch länger als zu „normalen“ Veranstaltungen.

ONETZ: Und wenn Sie dann über ein neues Programm nachdenken, suchen Sie erst nach einem konzeptionellen roten Faden oder kommt die Auswahl eher intuitiv zustande?

Thomas Appel: Ein gutes Konzept ist dabei sehr wichtig. Zunächst werden die zentralen Schwerpunkte gesetzt. In diesem Jahr haben wir in Absprache mit der Solistin zunächst das Solokonzert festgelegt. Für den zweiten Teil wollte ich aufgrund des 200. Geburtstags von Offenbach und Franz von Suppé jeweils ein spritziges Werk beider Komponisten platzieren. Und dann fängt man an, passende Stücke dazu zu suchen und zu überlegen. Diese Phase dauert meist etwas länger, weil sich ja nicht jede Idee als kompatibel erweist. Manchmal ereilt einen dabei auch ein guter Geistesblitz in einem unerwarteten Augenblick, das ist dann der Stoff für spätere Anekdoten.

ONETZ: Dieses Mal geht die musikalische Reise auch nach Skandinavien – was zeichnet die Komponisten Carl Nielsen und Edvard Grieg aus Ihrer Sicht besonders aus?

Thomas Appel: Grieg ist für Norwegen genauso der Nationalkomponist wie Nielsen für Dänemark. In der Musik beider Komponisten spiegelt sich sowohl die Naturverbundenheit, gepaart mit großer Lebensfreude als auch folkloristische Elemente im rhythmischen und melodischen Bereich wider. Dadurch bekommt ihre Musik großartige Lebendigkeit und Authentizität. Die lokale Nähe beider Komponisten begünstigt dabei noch ihre musikalische Ergänzung.

ONETZ: Aber ganz ohne Johann Strauss geht es beim beschwingten Jahreswechsel auch nie?

Thomas Appel: Strauss, Suppé und Offenbach passen schon aufgrund ihres musikalischen Ansatzes sehr gut zusammen. Und am Silvesterabend möchten die meisten Menschen das Jahr doch eher harmonisch-freundlich beschließen. Dafür ist diese unterhaltsame Musik voller Optimismus besonders gut geeignet. Und einen Jahreswechsel mit einer positiven, beschwingten Aussage von Johann Strauss einzuläuten ist sicherlich immer eine gute Wahl!

ONETZ: Frau Hennig, seit 2017 sind Sie an der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg tätig. Was hat Sie vom hohen Norden in die Oberpfalz gelockt?

Johanna Marie Hennig: Die Liebe. Zwar kommen wir beide ursprünglich aus Norddeutschland, aber unser kleiner Sohn ist letzten Dezember in der Oberpfalz geboren.

ONETZ: Wird Ihr Auftritt als Solistin beim Silvesterkonzert zugleich Ihre Premiere im Stadttheater Amberg sein?

Johanna Marie Hennig: Johanna Marie Hennig: Ja.

ONETZ: Sie haben ja norwegische Wurzeln: Wächst daraus eine besondere Verbundenheit mit dem norwegischen Komponisten Edvard Grieg?

Johanna Marie Hennig: Auf jeden Fall. Ich fühle mich ihm sehr verbunden, ich bin mit seiner Klangsprache seit frühester Kindheit vertraut.

ONETZ: Bei aller Klangschönheit zählt sein a-moll-Klavierkonzert zu den großen pianistischen Herausforderungen – steigt das Lampenfieber schon langsam an?

Johanna Marie Hennig: Johanna Marie Hennig: Ich schätze, dass ich am Konzerttag etwas aufgeregt sein werde, aber meine Erfahrung seit vielen Jahren ist, dass ich während des Konzerts nur noch glücklich bin. Ich wünsche mir, dass es diesmal ebenso sein wird.

Info:

Service

Das Silvesterkonzert mit dem Amberger Sinfonieorchester und Pianistin Johanna Marie Hennig im Stadttheater Amberg beginnt um 19 Uhr. Karten im Vorverkauf bei der Tourist Information Amberg, Tel. 09621/ 10 12 33.

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