12.08.2019 - 10:17 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Die Hilfsbereitschaft war "überwältigend"

Durch Zufall kam Silvio Simon aus Sachsen nach Amberg. In unserer Rubrik "Zugroast" schwärmt er von der überwältigenden Hilfsbereitschaft der Oberpfälzer, als er und seine Eltern im November 1989 in die Region kamen.

Silvio Simon.
von Julian Trager Kontakt Profil

Der Zusammenbruch der DDR und der Zufall spülte ihn in die Oberpfalz: Gemeinsam mit seinen Eltern verließ Silvio Simon im November 1989 seine Heimatstadt Plauen in Sachsen. Das Einzige, was die Familie damals mit dabei hatte: Den Trabbi und sämtliche Sachen, die in das Auto gepasst haben. Seit nun 30 Jahren lebt der 44-Jährige in Amberg, dort ist er Prokurist bei der IVS GmbH. Er schwärmt von der Hilfsbereitschaft der Oberpfälzer – gerade als seine Familie neu in Amberg war.

ONETZ: Der Oberpfälzer ist ein Grantler und Sturkopf. Stimmt’s?

Silvio Simon: Nicht ganz. Ich habe natürlich den einen oder anderen Grantler in den vielen Jahren hier kennengelernt – aber auf die Mehrzahl trifft dies überhaupt nicht zu. Das hat aus meiner Sicht auch nichts mit der Region zu tun. Durch meine vielen Reisen kann ich Ihnen sagen: Die paar Grantler gibt’s auch woanders. Ich habe die Oberpfälzer als sehr höfliche, offene und aufgeschlossene Menschen kennengelernt. Gerade zu unserem Neustart im Jahr 1989 waren wir überwältigt von der Hilfsbereitschaft und Offenheit der Oberpfälzer.

ONETZ: Mit welchen Vorurteilen und Erwartungen sind Sie in die Oberpfalz gekommen? Und wie lautet jetzt Ihr Fazit?

Mit keinen. Für mich war die Oberpfalz absolutes Neuland und Abenteuer zugleich. Fazit: Alles gut gegangen und angekommen.

ONETZ: Spielen Sie oft mit dem Gedanken, in Ihre alte Heimat zurückzukehren? Wie oft fahren Sie tatsächlich zurück?

Zu keiner Zeit habe ich daran gedacht, in die alte Heimat zurückzukehren. Nach Plauen fahre ich inzwischen sehr selten, da die Großeltern nicht mehr leben.

ONETZ: Was erzählen Sie dort von Ihrer neuen Heimat? Was würden Sie Ihren Verwandten oder Freunden zuerst zeigen, wenn die zu Besuch in die Oberpfalz kommen?

Es gibt viele unterschiedliche Dinge zu erzählen und zu zeigen. Hervorzuheben ist die Natur, die Seenlandschaft und die vielen Feste, welche hier gefeiert werden. Auf jeden Fall ist für jeden Besuch der Mariahilfberg, die Bergkirche und die Bergwirtschaft ein Muss.

ONETZ: Verstehen Sie Ihre Oberpfälzer Kollegen, wenn Sie mit ihnen nach Feierabend ein Bier trinken?

Als ich in die Oberpfalz gekommen bin, hatte ich schon Schwierigkeiten, den einen oder anderen Oberpfälzer zu verstehen – das war sicher andersherum genauso. Inzwischen ist das kein Problem mehr, und ich habe selber den Oberpfälzer Dialekt angenommen.

ONETZ: Fühlen Sie sich bereits als Oberpfälzer?

Ich fühle mich als Amberger und Oberpfälzer.

Serie "Zugroast":

In der Kolumne „Zugroast“ stellen wir jede Woche Menschen vor, die aus Hamburg, dem Ruhrpott oder Kasachstan in die Oberpfalz gezogen sind – und hier eine neue Heimat gefunden haben.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.