Grafenwöhr
01.03.2026 - 14:11 Uhr
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Nach Angriff im Iran: Gespannte Ruhe in Grafenwöhr

Der Iran schwört den USA nach den Angriffen Rache und fordert zu Aktionen auf. Dadurch geraten automatisch auch die Standorte Grafenwöhr, Vilseck oder Hohenfels in den Blick. Bisher ist es hier ruhig.

Die US-Armee passt auf. Auch in Grafenwöhr werden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Bild: Armin Weigel/dpa
Die US-Armee passt auf. Auch in Grafenwöhr werden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Nach dem Beginn der Militäraktion gegen den Iran und den Racheschwüren der iranischen Mullahs richtet sich der Blick auch auf die Einrichtungen der US-Armee in der Oberpfalz. Auf ihren Social-Media-Kanälen hat die US-Army-Garrison Bavaria in Grafenwöhr ihre Angehörigen zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert: „Meldet bitte alle verdächtigen Vorkommnisse der Militärpolizei“, heißt es dort. Dazu zählt die US-Armee verdächtige Pakete, Drohnen und Unbekannte, die Fotos oder Videoaufnahmen von US-Einrichtungen machen.

Ebenfalls wies die Garnison Bavaria am Samstag nochmals auf die bereits seit einigen Wochen geltenden Einschränkungen beim Zugang zum Gelände hin. Tor 6 in der Nähe des Flugfeldes in Grafenwöhr ist derzeit an Werktagen von 9 bis 17 Uhr gesperrt und nur dem Baustellenverkehr vorbehalten. Diese Regel steht aber wohl im Zusammenhang mit den großen Bauprojekten auf dem Gelände und dient nicht primär der Erhöhung der Sicherheit.

Zwei Lichtbildausweise

Allerdings wies die Garnison ihre Angehörigen nochmals darauf hin, dass auf dem Gelände ein zweiter Bild-Ausweis zur Identifikation mitzuführen sei. Ein Ausweis alleine reiche nicht mehr aus, um sich zu identifizieren. Diese Regel gelte allerdings bereits seit Jahresanfang. Zudem werden US-Bürger vor Reisen zu mehr Vorsicht ermahnt. Man solle sich beim US-Außenministerium registrieren, um immer aktuell informiert zu werden.

Zu weiteren zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen gab es am Wochenende von der US-Armee in Grafenwöhr ebenso wenig eine Stellungnahme wie auf Nachfragen zur Veränderung der Risikoeinschätzung nach Beginn der Angriffe auf den Iran. Aus Erfahrung ist bekannt, dass die US-Armee Sicherheitsvorkehrungen an eigenen Einrichtungen grundsätzlich nicht kommentiert, um Gefahren nicht zusätzlich zu erhöhen.

Interne Kommunikation

In den vergangenen Jahren hat die Army zudem interne Kommunikationswege ausgebaut, die von Nicht-Armee-Angehörigen nicht mehr eingesehen werden können. Unter anderem wird die aktuell gültige Force Protection Condition (FP-CON) nicht mehr offiziell kommuniziert. Dieses fünfstufige Schema legt fest, wie hoch die US-Armee die Gefährdung für ihre Einrichtungen selbst einschätzt. Zuletzt galt die mittlere Stufe Bravo. Letztmals war im Jahr 2024 für einige Tage auf die zweite Stufe „Charly“ erhöht worden. Aktuell ist über solche Schritte noch nichts bekannt.

Der Truppenübungsplatz in Grafenwöhr ist die größte Trainingseinrichtung der US-Armee außerhalb der Vereinigten Staaten. Zudem sind rund um das Areal verschiedene Einheiten stationiert. Insgesamt sollen im Umfeld rund 12.000 US-Soldaten stationiert sein. Zusammen mit zivilen US-Beschäftigten und den Familienangehörigen wird die US-Community in der Oberpfalz auf bis zu 40.000 Menschen geschätzt.

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