23.01.2020 - 17:16 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Hohe Schule des Gesangs

Bereits zum fünften Mal präsentierten junge Talente von der Hochschule für Musik Nürnberg unter der Leitung von Susanne Kelling Lieder- und Arien bekannter Komponisten. Der Abend im Stadttheater Amberg zeigte mögliche "Stars von morgen".

Mit dem Lied „Madrid“ von Pauline Viardot eröffnete Mezzosopranistin Lena Zeizel den Reigen bunter Melodien beim Konzertabend „Auf Flügeln des Gesanges“ im Stadttheater Amberg.
von Marielouise ScharfProfil

Die zündende Idee zu einer Kooperation von Technik und Musik lieferte OTH Präsident a. D., Prof. Erich Bauer. Gemeinsam mit dem Kulturreferat Amberg knüpfte er die Kontakte nach Franken zur Professorin Susanne Kelling, die in ihrer Begrüßung daran erinnerte. Die eine Seite präsentiert die Sängerinnen und Sänger, die andere kümmert sich um das technische Know How. Das klappt von Anfang an perfekt! So haben Studierende aus dem Fachbereich Audioproduktion unter Leitung von Maximilian Kock bereits die Gestaltung der Flyer und Plakate übernommen.

Um das Konzert in Bild und Ton aufzuzeichnen, waren Kameras im Parkett und auf den Rängen verteilt. „Vier von uns stehen an den Aufnahmekameras, zwei kümmern sich um den Ton“ war in der Pause von einer Kamerafrau beim eifrigen Speicherkartenwechsel zu erfahren.

Trotz krankheitsbedingter Ausfälle erleben die Konzertbesucher einen frischen, engagierten Abend. Hellwach, voller Elan und mit junger Leidenschaftlichkeit bieten die sieben Solisten ein höchst anspruchsvolles Programm. Zoé Brocard, Lisa Orthuber, Sofia Kuzanova, Mara Maria Möritz (Sopran), Lena Zeizel (Mezzosopran), Sergei Nikolaev, Alex Kim (Tenor) präsentieren gefühl- und lustvoll anspruchsvolle Lieder und Arien von Mozart, Schubert, Richard Strauss bis Beethoven und von Rossini, Donizetti bis Ravel und Franz Lehar.

Jeder Interpret gestaltet den Auftritt individuell und mit vollem Einsatz. Es ist umwerfend, dem üppigen Klangfarbenspiel zu zuhören, die rhythmische Frische zu spüren und die hart erarbeitete Lockerheit der noch so jungen „Stars von morgen“ zu erleben. Gemeinsam mit Susanne Kelling haben sie ein buntes Potpourri hinreißender Melodien aus Lied, Oper und Operette erarbeitet, je nach Temperament und Neigung das Programm gewählt, den Auftritt individuell inszeniert, die Rollen sensibel angelegt.

So witzig der eine, so wunderbar animierend die andere: Als perfekte Begleitung am Klavier brillieren Susanna Klovsky und Gordian Teupke. Sie verstehen es, jede Stimmung, jede Nuance wundervoll zu unterstreichen und den jungen Künstlern Halt und Festigkeit zu geben. Beide sind Meister ihres Faches und begleiten hoch professionell den Gesang. Sehr charmant die Frontfrau und Moderatorin des Abends: Professorin Susanne Kelling. Selbst gefeierte und mit Preisen ausgezeichnete Mezzosopranistin kennt sie die Tücken und Fallstricke auf der Karriereleiter zu großem Sängerruhm. Deshalb sei es so wichtig, „Praxis- und Bühnenerfahrung“ zu sammeln und das noch dazu im wunderschönen Stadttheater in Amberg, so schwärmt sie, bevor die letzten Töne im Rund verklingen.

Ihre attraktiven Schützlinge präsentieren sich optisch in modisch-eleganter Abendrobe, stimmlich hochmotiviert und bestens präpariert. Eine verstohlene Träne (Una furtiva lagrima) wird im Publikum nicht vergossen, auch wenn die berühmte Donizetti-Arie herrlich gefühlvoll an diesem Abend interpretiert wird. Dafür aber erhalten alle Mitwirkenden nach dem bestens gelungenen Zugabe-Abschieds-Auftritt „Wer uns getraut“ (Johann Strauss: Zigeunerbaron) nochmals begeisterten, stürmischen und herzlichen Applaus. Eine Neuauflage des Kulturprojekts zwischen der Hochschule für Musik Nürnberg mit der Ostbayerischen technischen Hochschule (OTH) Amberg/Weiden ist bereits für den 20. Januar 2021 terminiert.

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