03.09.2018 - 18:26 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

"Das ist kriminell"

Auch in der Region gab es bereits Fälle, in denen Metallteile an Maispflanzen befestigt wurden. Schlagzeilen machte etwa 2013 eine regelrechte Anschlagserie im Landkreis Amberg-Sulzbach.

von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Damals war stets derselbe Landwirt betroffen, so dass persönliche Motive nicht ausgeschlossen werden konnten. Zum Glück scheint es sich um einen Einzelfall zu handeln: "Die letzten Jahre haben wir nichts mehr gehört", sagt Harald Pilhofer, Geschäftsführer des Maschinenrings in Amberg. Pilhofer redet nicht gerne über das Thema: "Wir wollen keine Trittbrettfahrer ermuntern", sagt er. Das größte Problem bei solchen Anschlägen sei natürlich, dass Menschen ernsthaft verletzt werden können. Doch auch der materielle Schaden ist laut Pilhofer beträchtlich: "Beim ersten Mal zahlt meistens noch die Versicherung, danach nicht mehr." Landwirte, die öfter Ziel von Attacken würden, bekämen große Probleme. "Dort will niemand mehr ernten."

Josef Wittmann, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in Schwandorf, sind momentan ebenfalls keine Anschläge auf Maisbauern bekannt. Trotzdem sagt er: "Das ist ein Riesenthema, denn dahinter stehen große Schäden." Fremdkörper in der Maisernte könnten zum einen die Tiere gefährden, die das verunreinigte Futter fressen. Zum anderen "sind schnell zig Hunderttausende Euro beieinander, wenn der Häksler beschädigt wird". Metalldetektoren sprächen nicht auf alles an. Wo sie es tun, entstehe trotzdem ein immenser Zeit- und Geldverlust, da das Aggregat zum Stillstand komme und überprüft werden müsse. Am schwersten wiege natürlich die Gefahr, dass herumfliegende Teile Menschen treffen. Wittmann hat eine klare Meinung: "Das ist kriminell, das muss man so sagen!"

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