05.02.2020 - 12:46 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Landratswahl in der Oberpfalz: Nur zwei Amtsinhaber treten ab

In sieben Kreisen und drei kreisfreien Städten geht es in der Oberpfalz um Landrats- und Oberbürgermeisterämter. In Weiden und Tirschenreuth ist ein neuer Amtsträger sicher, spannend wird es überall.

Eine bunte Palette an Kandidaten für die Landratsämter der Oberpfalz
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Noch läuft die Einspruchsfrist, seit dieser Woche ist dennoch (fast) sicher, wer sich am 15. März in der Oberpfalz als Landrat oder Oberbürgermeister bewirbt. Ein Überblick:

Landkreis Tirschenreuth

Wolfgang Lippert (Freie Wähler) zieht sich nach 12 Jahren zurück - eine Chance für die CSU, das Landratsamt zurückzuerobern. Seit 1991 stellen im "schwarzen" Landkreis die Freien Wähler den Landrat. Richten soll es für die CSU Roland Grillmeier. Der 49-Jährige ist derzeit Mitterteicher Bürgermeister. Erster Gegner dürfte Ely Eibisch aus Kemnath sein. Der Freie Wähler ist Kreisvorsitzender des Bayerischen Bauernverbands. Die Grünen schicken mit der 29-jährigen Anna Toman aus Bärnau eine Landtagsabgeordnete ins Rennen. Außenseiter ist Thomas Döhler für die SPD.

Stadt Weiden

Gesucht wird ein Nachfolger für OB Kurt Seggewiß, der nach 13 Jahren nicht mehr antritt. Lange schien die Wahl entschieden, Jens Meyer galt als sicherer Nachfolger seines SPD-Parteifreunds. Dazu war weit und breit kein Gegenkandidat in Sicht, der dem amtierenden Bürgermeister hätte gefährlich werden können. Das änderte sich mit Benjamin Zeitler. Der 38-Jährige hat im Landkreis Tirschenreuth kommunalpolitische Erfahrung gesammelt, er ist gut vernetzt - und betreibt viel Aufwand im Wahlkampf. Für die Grünen tritt Sonja Schuhmacher an, die FDP schickt mit Christoph Skutella einen Landtagsabgeordneten ins Rennen. Und da ist da noch ein Außenseiter: Ali Zant tritt für die Linken an.

Stadt Amberg

Vier Gegenkandidaten fordern in der Stadt Amberg Amtsinhaber Michael Cerny heraus, trotzdem ist der CSU-Oberbürgermeister der absolute Favorit bei der Wahl. Das gilt umso mehr, weil sich der SPD-Stadtverband durch Personalquerelen bei der Aufstellung der Stadtratsliste selbst geschwächt hat. Keine gute Ausgangsposition für Kandidatin Birgit Fruth. Hinzu kommen weitere, etablierte Gegenkandidaten: Die ÖDP schickt Franz Badura, den Leiter der Musikschule, ins Rennen. Auch der Grüne Hans-Jürgen Bumes ist eine feste Größe im Stadtrat. Für die Freien Wähler bewirbt sich der 30-jährige Unternehmer Manuel Werthner.

Landkreis Neustadt/WN

Alles andere als eine Wiederwahl des Windischeschenbachers Andreas Meier dürfte man wohl "Sensation" nennen. Zu sicher sitzt der CSU-Landrat im Sattel. Dazu kommt, dass die Gegenkandidaten zuletzt für weniger Schlagzeilen gesorgt haben. Bei SPD-Kandidat Peter Lehr schien der Ruhestand ausgemacht, nun entschied sich der Eschenbacher Bürgermeister zur Kandidatur - der Partei zuliebe, wie er erklärt hat. Ebenfalls ein treuer Parteisoldat ist Johann Mayer von den Grünen. Der Speinsharter hat sich schon oft als Kandidat zur Verfügung gestellt. Wenig bekannt ist bisher der jüngste Kandidat: Tobias Groß (Freie Wähler) aus Theisseil.

Landkreis Schwandorf

Sechs Kandidaten, so viele wie in keinem anderen Landkreis der Oberpfalz, stellen sich in Schwandorf zur Wahl. Klarer Favorit ist der Schwandorfer Amtsinhaber Thomas Ebeling von der CSU. Spannend wird, ob es die anderen Kandidaten schaffen, ihn in eine Stichwahl zu zwingen. Für die SPD geht Kreisvorsitzender Peter Wein aus Burglengenfeld ins Rennen, Rudi Sommer aus Bruck kandidiert bereits zum dritten Mal für die Grünen. Dazu kommt der Schwandorfer Polizeibeamte Dieter Jäger für die Freien Wähler. Als Außenseiterin tritt Eva Kappl aus Wackersdorf für die Linken an. Und dann ist da noch der geheimnisvolle AfD-Kandidat Klaus Schuhmacher. Über den Unternehmer ist im Internet nichts zu finden, nicht einmal ein Foto. Eine schriftliche Anfrage zu Beruf, Alter und Wohnort hat der AfD-Kreisverband unbeantwortet gelassen.

Landkreis Amberg-Sulzbach

Auch im Kreis Amberg-Sulzbach gilt: Am Amtsinhaber Richard Reisinger dürfte kaum ein Weg vorbeiführen. Der 55-Jährige tritt zum dritten Mal an. Ihm selbst gelang es im Jahr 2008, die Wahl gegen den damaligen Landrat Armin Nentwig von der SPD zu gewinnen. Hier würden es ihm seine Gegenkandidaten gerne gleichtun: Die SPD schickt den Kreisrat und Maschinenbauingenieur Michael Rischke aus Ursensollen ins Rennen. Für die Grünen kandidiert der Auerbacher Peter Eckert. Hinzu kommt für die Freien Wähler der Berufssoldat Hans Martin Grötsch aus Königstein.

Und der Rest

In Cham tritt Amtsinhaber Franz Löffler (CSU) gegen Marius Brey (Linke), Julian Preidl (Freie Wähler), Sebastian Meier (SPD), Andreas Leitermann (Grüne) und Sönke Siebold (ÖDP) an. Im Landkreis Regensburg hat es Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler) mit Rainer Mißlbeck (CSU), Sonja Kessel (Grüne) und Reinhard Peter (SPD) zu tun. Im Landkreis Neumarkt kandidieren neben dem Amtsinhaber Willibald Gailer (CSU) Sebastian Schauer (Freie Wähler) und Dirk Lippmann (SPD).

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Sonderfall Regensburg:

Regensburg gilt als die "spannendeste" Stadt der Oberpfalz. Oft ist das nur ein Klischee, bei der OB-Wahl stimmt es: Grund ist die Affäre, wegen der der amtierende OB Joachim Wolbergs seit bald drei Jahren suspendiert ist. Trotzdem tritt er wieder an, für die neue Wählergemeinschaft "Die Brücke". Erste Konkurrentin ist die zweite Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die ihn de facto als Oberbürgermeisterin vertritt. Die CSU will mit der Bundestagsabgeordneten Astrid Freudenstein das Rathaus zurückerobern. Dazu kommt Stefan Christoph, dessen Grüne zuletzt starke Ergebnisse in der Stadt erzielten. Und dann sind da noch viele weitere Kandidaten: Ludwig Artinger (Freie Wähler), Horst Meierhofer (FDP), Benedikt Suttner (ÖDP), Irmgard Freihoffer (Die Linke), Christian Janele (CSB), Ingo Frank (Die Partei), Jakob Friedl (Ribisl-Partie).

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