07.06.2019 - 14:19 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Vom Malen mit Glas

Der Name Glas stammt aus dem Germanischen und bedeutet "Das Glänzende". Mit dieser Materie beschäftigt sich der Oberpfälzer Künstler Bernhard Dagner seit vielen Jahren. Jetzt überraschte er mit neuen Arbeiten in der "Alten Feuerwache".

„LichtSchichtSchichtLicht“ nennt Bernhard Dagner seine aktuelle Ausstellung in der „Alten Feuerwache“ in Amberg.
von Karin HegenProfil

"Ein gutes Bild gibt dem Betrachter niemals eine Antwort, sondern vielmehr eine Frage mit auf dem Weg!" Mit diesem Zitat des Künstlers Bernhard Dagner schließt am Donnerstagabend Ambergs Bürgermeister Martin Preuß seine Begrüßung zur Vernissage "LichtschichtSchichtlicht in der Stadtgalerie "Alte Feuerwache". Kulturredakteur Stefan Voit führt anschließend detailliert in die Ausstellung ein. Er ist mit dem Künstler seit zwanzig Jahren befreundet und in zahlreichen Gesprächen an ihren Kultur-Zoigl-Abenden hat es ihn immer fasziniert, wie begeistert dieser über seine Arbeit spricht: "Es ist ein fast zärtlicher Umgang mit einer Materie, bei der man sich schnell blutige Finger holen kann."

"Dagner malt mit Glas, indem er es in geometrische Formen legt, spielt mit Farbe und Dreidimensionalität, taucht in neue Perspektiven ein. Die Bilder bestehen nicht nur aus einer, sondern aus zwei oder mehreren verschiedenfarbigen Glasscheiben, die miteinander verklebt sind. Weil aber das Glas, je nach Farbe, verschieden reagiert, zum Beispiel auf Wärme oder Licht, kann es leicht zerspringen. Auch hierhin besteht die hohe Kunst, dass dies nicht passiert", betont Voit.

Die lange Geschichte des Werkstoffes, aus dem Germanischen "Glasa" (das Glänzende, Schimmernde) geht bis auf 1600 vor Christus zurück. Mit einem Seufzen merkt er an, dass inzwischen Plastik unsere Welt zu müllt, Glas im Alltag nur noch selten Aufmerksamkeit bekommt. Mundgeblasene und handgefertigte Flachgläser aus der deutschen Traditionsmanufaktur Glashütte Lamberts in Waldsassen sind der exklusive "Urstoff" für Dagners Werke.

In Lichtkästen hat er das edle Material in Schichten übereinander verarbeitet. Mit seinen geometrischen Formen will er den Prozess des Wachstums parallel zur Natur nachbilden. Er ist kein Hinterglasmaler, sondern fügt die Scheibenstücke mit ihren kräftigen Farben und abwechslungsreichen Oberflächen zu einem Ganzen. In seiner Sandstrahlkabine - einem Kasten, in dem man von außen mit den Armen in zwei lange Handschuhe schlüpft - gibt er den Kanten weiche, floral wirkende Konturen. Bis ein Bild fertig ist, vergeht eine lange Zeit der Planung und des Skizzierens. Als Rahmen hat Bernhard Dagner aus lackiertem Buchenholz und entspiegeltem UV-Schutzglas Vitrinen gebaut, die optisch je nach Lichteinfall die Objekte zum Schweben bringen und den Namen "LichtschichtSchichtlicht" der Ausstellung mit begründen.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Hubert Treml und Stefan Huber, die sich auf oberpfälzisch dem Werk von Dagner annäherten: "Die oan maln halt g'scheit, doch der Dagner malt mit Glos..."

Info:

Service

Die Ausstellung „LichtSchichtSchichtLicht“ von Bernhard Dagner ist bis 18. August in der Städtischen Galerie „Alte Feuerwache (Zeughausstraße 18) in Amberg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 16. Uhr und Samstag/Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Kontakt: 09621/101284.

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