25.02.2020 - 16:36 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Wo man Beethovens Fünfte pfeift: Rosenmontagskonzert im Amberger Stadttheater

So wird der Rosenmontag zum konzertanten Faschingshöhepunkt: Drei Vollblutmusiker zünden ein Feuerwerk kreativer Einfälle im Amberger Stadttheater.

Bidla Buh begeisterten: Am Rosenmontagsabend gastierten sie im Stadttheater in Amberg.
von Helmut FischerProfil

Bidla Buh - das sind Hans Torge Bollert, sein "großer Bruder" Ole (Olaf Klindtwort) und sein "kleiner Bruder" Jan Frederik Behrend. Sie servierten dem Publikum am Rosenmontagsabend im Stadttheater mit ihren gefühlt Dutzend Instrumenten ein Menü mit etlichen musikalischen Leckerbissen.

Schon vor genau zwei Jahren begeisterten sie hier, und auch nun hatten sie ihr Publikum sofort eingefangen. Ihr derzeitiges Weltprogramm "Mehr geht nicht" ist zwar fast deckungsgleich mit dem Programm von 2018, aber die skurillen, verrückt-verdrehten Ideen der drei Hamburger zünden auch in der Wiederholung. Hans - als Moderator - kokettiert mit dem Publikum, entdeckt seine Lieblingsfrau "Helga vom Dorf" mit Ehemann Hermann und lässt gepfiffene Melodien erraten.

So hört man "Hoch auf dem gelben Wagen" in einer ebenso "neuen" Version wie Mozarts "Kleine Nachtmusik" oder den Papageno. Sogar auf Beethovens Fünfte und die Rigoletto-Arie wird gepfiffen. Und danach: "Vielen Dank - der Applaus ist berechtigt." Auch das gehört zur Show.

Mit Gartenschlauch-Trompete

Und: Wie bleibt man eigentlich gesund? Geht es nach Bidla Buh, dann mit viel Fleisch und wenig Gemüse. Dazu passend: eine Flamenco- Adaption bei "Adios vegetarios". Weil Hans sich "zu schade für eine allein" ist, präsentiert er dem Publikum die Vorzüge und Möglichkeiten seiner Trompeten. Der "Rosarote Panther" auf der Jazztrompete löst die Barock-Trompete mit der Eurovisions-Fanfare ab, seine "Musikantenstadl-Trompete" passt zum Zillertaler Hochzeitsmarsch und Wagners Brautchor erfährt seine Würdigung durch die "Gartenschlauch-Trompete".

Bach und Boogie-Woogie

Sich selbst und seinen unwiderstehlichen Charme nimmt Ole auf die Schippe mit "Merci, dass es mich gibt" und Frederik beklagt sich bei "Ein bisschen Frieden" darüber, dass er meist im Schatten seiner "großen Brüder" steht. Welche "Katastrophen" das ändern könnten, das präsentiert er in einem irren Crescendo. Bei seinem virtuosen Solo am Schlagzeug und am Vibrafon zeigte Frederik schließlich seine Brillanz.

Stets bezieht das Musikertrio ihr Publikum mit ein. Vier Orff-Instrumente, verteilt im Publikum, geben den Kick zur viersätzigen Performance von "Kein Schwein ruft mich an" bis zu "Veronika". Ein Ausflug nach Argentinien mit Piazzolla-Rhythmen führt zu einer regelrechten Rock-'n'-Roll-Ekstase. Zu Staunen führen Jonglage mit Trinkbechern und die Präsentation des "kleinsten Flügels" der Welt, auf dem man sowohl Bach als auch Boogie-Woogie spielen kann.

Schließlich Frederik am Vibrafon mit "Hummelflug" und "Alla turca" in Wahnsinnstempo, die drei Musiker gönnen sich keinen Leerlauf und verblüffen das Publikum stets aufs Neue. Mit dem "kleinen grünen Kaktus" und seinen verschiedenen regionalen Ausdeutungen wollen sich Bidla Buh eigentlich verabschieden - aber ohne Zugabe lässt das Publikum sie nicht von der Bühne.

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