18.11.2019 - 16:41 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Musikalische Tröstung

Der Totensonntag ist ein Gedenktag für die Verstorbenen. Die Amberger Chorgemeinschaft hat sich für diesen Tag ein besonderes Programm einfallen lassen. Gespielt werden führt Mendelssohn-Bartholdy, Bruch und Haydn auf

Am Totensonntag gestalten Dirigent Dieter Müller (rechts) und die Amberger Chorgemeinschaft ein Konzert im Kongregationssaal.
von Anke SchäferProfil

Mit erlesenen Chorwerken und Orchesterstücken von Mendelssohn-Bartholdy, Bruch und Haydn lassen die Amberger Chorgemeinschaft und das Sinfonieorchester der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz den Totensonntag, 24. November um 17 Uhr im Amberger Kongregationssaal ausklingen. Als Solisten sind Sopranistin Marina Szudra und Bratschist Philipp Hartlieb zu hören. Die Kulturredaktion hat mit Dirigent Dieter Müller über das Programm gesprochen:

ONETZ: Herr Müller, „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ - woher stammt das Motto des Konzerts?

Dieter Müller: Es stammt aus einem Choral von Georg Neumark (Mitte 17. Jh.). Die Idee hat sich aus dem Konzert-Datum ergeben: Am Totensonntag dient die Musik der Einkehr, dem Trost und der Kontemplation und dazu passt es gut.

ONETZ: Wird das Konzert also eher zur novemberlichen Besinnung beitragen oder steht doch die Erbauung durch Musik im Vordergrund?

Beides! Musik erbaut immer. Durch die Auswahl der Werke und Texte kommt zudem die Kontemplation mit in Betracht.

ONETZ: Der titelgebende Choral wurde ja vielfach vertont, unter anderem auch von Johann Sebastian Bach. Warum haben Sie sich für die Choral-Fassung von Felix Mendelssohn-Bartholdy entschieden?

In der romantischen Fassung von Felix Mendelssohn steckt viel Bach. In seinen jungen Jahren hat Mendelssohn-Bartholdy Bach eifrig studiert, er hatte durch seine Lehrer unmittelbaren Zugang zu dessen Werken. Das hat ihn neugierig gemacht. Er hat sich den kompletten Stil angeeignet, etwa beim der Verarbeitung des Themas oder der daraus entstehenden Kontrapunktik. Er kommt Bach ganz bewusst sehr nahe, ohne auf die Tonsprache seiner Zeit zu verzichten und war stolz auf diese Referenz.

ONETZ: Dazu sind Werke von Max Bruch und Joseph Haydn angekündigt. Welche genau und warum gerade in dieser Zusammenstellung?

Die „Romanze“ für Viola und Orchester von Max Bruch entstammt ebenfalls der Romantik und ist ein wunderschönes, lyrisches Stück, welches gut zur Klanglichkeit Mendelssohns passt. Haydns „Trauersinfonie“ passt wiederum nicht nur zum Totensonntag, sondern spannt auch eine Brücke zu Mendelssohn-Bartholdy. So wie dieser mit Bach experimentierte, war auch Haydn bei dieser mittleren seiner Sinfonien in einer experimentierfreudigen Phase. So ist die „Trauersinfonie“ eine der ganz wenigen Moll-Sinfonien überhaupt. Darüber hinaus arbeitet auch Haydn hier wie Bach oder Mendelssohn mit kontrapunktischen Techniken. Wenn er auch nicht direkt an Bach anknüpft, so aber doch an antike Stilelemente und dieses Zurückgreifen in die Vergangenheit hat er mit Mendelssohn gemeinsam.

Info:

Service

Karten 15 Euro, ermäßigt 10 Euro ausschließlich an der Abendkasse.

Info:

Programm

"Wer nur den lieben Gott lässt walten", "Hör mein Bitten" mit Solistin Marina Szudra und "Ach Gott, vom Himmel sieh darein" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Romanze" für Viola und Orchester von Max Bruch mit Solist Philipp Hartlieb und Sinfonia Nr. 44 e-moll "Trauersinfonie" von Joseph Haydn.

 

 

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