Der Aufstieg der noch jungen Fachhochschule der mittleren und nördlichen Oberpfalz zur Ostbayerischen Technischen Hochschule ist eng mit dem Namen des Kanzlers verbunden. Auch und gerade weil Ludwig von Stern eher im Hintergrund die Fäden spinnt.
„Ich arbeite seit 2008 mit Kanzler von Stern in der Hochschulleitung zusammen“, freut sich Präsidentin Andrea Klug über den Teamplayer im Präsidium. „Unsere Zusammenarbeit ist sehr eng, vertrauensvoll und konstruktiv.“ Ganz im Sinne des gelernten Mediators: „Frau Klug versteht mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen, alle an einen Tisch zu bringen“, hat sie der seit 2002 amtierende Verwaltungschef von Anfang an unterstützt. „Sie verliert das Ziel dabei nie aus den Augen.“
Ein Grund, warum die an anderen Hochschulen nicht seltene Rivalität zwischen den beiden höchsten Ämtern ausblieb: Historisch war der Kanzler früher Vertreter des Kaisers oder des Papstes, der diese stiftete, später auch Repräsentant des Landesherren. Solch hochtrabende Amtsanmaßung ist dem gleichwohl geadelten Ludwig fremd. „Kanzler von Stern zeichnen seine hohe Fachkompetenz in der Leitung der Verwaltung, sein lösungsorientierter Ansatz in allen rechtlichen Belangen und sein innovativer Blick auf die Gestaltung von Prozessen aus“, beschreibt Klug seinen Einsatz um das Wohl und die Weiterentwicklung der OTH.
Der Vogel hat Humor
Dabei ist der Oberbayer (Traunreut) mit der barocken Erscheinung alles andere als ein trockener Bürokrat. Der Jurist und Volkswirt (Universität Passau) ist vielmehr ein Mann mit vielen Facetten. Zum 80. Geburtstag des Gründungspräsidenten August Behr trug der Kanzler ein launiges Gstanzl vor.
Der Vater dreier wohlgeratener Kinder greift auch privat gerne zur Gitarre und lässt seine wohltönende Stimme erklingen. Wie die Eiche im Wald kümmert es dem klassischen Liberalen dabei wenig, was andere über ihn denken. Wilhelm Buschs Resümee, „Der Vogel, scheint mir, hat Humor“, passt auf den bodenständigen Jäger, der mit dem Quad über den Campus flitzt.
Den Studenten der Medientechnik imponierte der Kanzler mit dem weißen Rauschebart als listiger Nikolaus-Darsteller in mehreren Kurzfilmen: Sollte Quentin Tarantino jemals den Amberger Cineasten in dieser Paraderolle entdecken, ist eine späte Hollywoodkarriere in der Neuverfilmung der Weihnachtsgeschichte nicht ausgeschlossen.
Unbequemer Geist
Es sind diese Neugier, die Offenheit für Ideen, die geistige Beweglichkeit, die den 60-Jährigen Großvater jung und die Hochschule in Bewegung halten – neue Projekte, Partnerschaften mit Universitäten weltweit schiebt der Kanzler mit dem breiten Kreuz voller Überzeugung mit an.
Ludwig von Stern ist ein anspruchsvoller, unbequemer Geist, aber mit einer Toleranz ausgestattet, die Respekt vor Andersdenkenden garantiert – wenn sich das Gegenüber die Mühe macht, ihn von seinen Positionen zu überzeugen.
So kann Wissenschaft in einer Zeit kursierender Verschwörungstheorien als Korrektiv funktionieren: Im Wettbewerb der besten Ideen. Für die Region bleibt damit eine OTH im Geiste dieses Kanzlers ein Garant für Innovation und Stabilitätsanker gerade in der Krise.





















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