20.01.2019 - 14:31 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Poesie und Plauderei mit Michael Fitz und seinem Programm "Jetz auf gestern"

Im Lesecafé, zwischen Krimi, Abenteuer und Fantasy bringt Michael Fitz am Freitagabend Poesie. Entspannt charmant philosophiert er in seinem neuen Soloprogramm über das Leben mit allem Drum und Dran.

Michael Fitz stammt aus einer angesehenen Künstlerfamilie, feiert vor allem als Schauspieler und „Tatort“-Ermittler Erfolge und ist auch als Liedermacher bekannt. Mit einer Handvoll Gitarren und einer männlich-sanften Stimme ausgerüstet, begeisterte er in der Stadtbibliothek mit seinem neuesten Soloprogramm „Jetz auf gestern“ das Amberger Publikum.
von Marielouise ScharfProfil

Seine Sprache ist bayerisch, seine Themen universal, seine Ausdrucksmittel vielseitig. Zwischen gesprochenem Wort und gesungenen, mit diversen Gitarren begleiteten Liedern pendelt er von "jetz auf gestern". Die Spanne zwischen Vergangenheit und Zukunft dehnt er wie Gummi und dabei wird die Zeit gar nicht lang.

Die Stühle sind alle besetzt, die Erwartungen hoch. Man kennt den Schauspieler und Liedermacher. Als Kommissar in diversen TV-Produktionen feiert er seit vielen Jahren Erfolge. Aber auch mit seinen Soloprogrammen kommt er an, der flotte Sechziger. Mit jugendlichem Charme nimmt er das Publikum schnell für sich ein. "Grüß Gott, schön dass so viel Leit da san!" sagt er. Dabei legt er Schal und Sakko schnell ab und greift im kurzärmeligen Shirt zu einer seiner Gitarren. Jede Stimmung, jeder Text braucht schließlich seinen eigenen Sound! Wie ein "feinfühliger Bulldozer" und mit "kalkulierbarem Risiko" schrammt er von der Willkommenskultur zum privaten Besuch, von der längerfristigen Beziehung zur Evolution, von der Höhlenknappheit in der Eiszeit bis zum "obdachlosen Neandertaler".

"I wart hinterm Zaun auf di und du hinta deim, und wenn i uns zuaschaug, dann kannt i speibm" philosophiert der Bayer über die Unmöglichkeit, eine Liebe für immer festhalten zu können. Und das Gefühl von Ohnmacht, trotz aller Anstrengung nicht beachtet zu werden, fasst er im Song "Du sigst mi ned" zusammen. Man würde alles für diese Person tun, aber man wird nicht wahrgenommen. Er aber sitzt im wechselnden Farblicht, bringt melancholische Lieder und macht sich Gedanken über die Zeit oder malt frostige Lebensbilder wie "I geh net aufs Eis/(...) as Eis is zu dünn." Und so wechselnd die Momente sind, so unterschiedlich sind auch Kompositionen und Gesang. Mal virtuos-klassisch, dann rhythmisch-bluesig, oder auch rockig-dröhnend. Immer hört er den Klängen nach, lauscht auf das knisternde, knackende Eis, das letztlich in einem begeisterten Sympathieapplaus über ihn hereinbricht.

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