Mit der Inspiration ist es so eine Sache: Niemand kann genau sagen, wann und warum sie kommt. Und sie lässt sich auch nicht planen. Da ist es dann gut, wenn sie unvermittelt „anklopft“ und zu einer gelungenen Komposition führt. Zum Auftakt der aktuellen „Studiokonzerte“-Reihe im Stadttheater Amberg sitzt das Gitarrenduo Frank Wuppinger und Ozan Coşkun aus Nürnberg auf der Bühne. Sie sorgen für eine faszinierende Mischung von Gitarrenmusik-Genres und sprengen damit Grenzen.
Doch zurück zur Inspirationsquelle: Davon erzählt Frank Wuppinger mit großer Begeisterung. Im Winterurlaub sah er seiner überglücklichen Tochter beim Ponyreiten durch den Schnee zu – das animierte ihn dann zum Werk „While my pony gently weeps“ (ein Schelm, wer dabei an George Harrison denkt), ein Gitarrenstück mit Folk-Anklängen der Extraklasse. Die ein oder andere Eigenkomposition der beiden Instrumentalisten gibt es an diesem Abend zu hören. Darüber hinaus aber noch viel mehr: Zum Auftakt beispielsweise das relativ bekannte „James“ von Pat Metheny.
Das Duo, das da auf der Bühne sitzt, experimentiert auch mit ihrer Musik. Das ist aber auch wenig überraschend, denn bereits ihre Instrumente kommen aus unterschiedlichen Genres - Wuppinger spielt die Jazz-Gitarre, Coşkun greift zur klassischen Variante des Saiteninstruments. Wundern muss man sich im Publikum deswegen nicht, dass Klänge Johann Sebastian Bachs mit Blues-Sound oder jazzigen Groove kombiniert werden. Und ja, das passt wirklich nicht nur trefflich zusammen, sondern begeistert auch die konzentrierten Zuhörer.
Hier Anklänge eines Walzers, dort eine Bossa Nova, dann volkstümliche Klänge aus Mazedonien und der Türkei, schließlich auch noch durch und durch Rockiges sowie klassischer Flamenco. Das Zusammenspiel der beiden Virtuosen ergänzt sich prima zu einem harmonischen Ganzen, bei dem jeder der beiden Gitarristen genug Raum bekommt, um Akzente zu setzen. Vieles von dem, was gut 90 Minuten lang präsentiert wird, findet sich auf der CD „Between the lines“, die in diesem Jahr erschienen und durch ein Crowdfunding-Projekt möglich gemacht wurde. Und der Applaus macht’s deutlich: Dem Publikum gefällt es.














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