14.09.2018 - 11:19 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Richtschnur ist der Informationswert

Für die Berichterstattung über den Wahlkampf hat sich die Redaktion Regeln auferlegt.

Die Bayern wählen am Sonntag, 14. Oktober, einen neuen Landtag.
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Bald wird gewählt - und das schlägt sich auch immer mehr in der Berichterstattung nieder. Wie immer gilt für Zeitung und Onetz: Wir wollen es dabei möglichst gerecht zugehen lassen. Dafür gibt es seit vielen Jahren redaktionelle Leitlinien, die wir unseren Lesern gerne erläutern.

Presseerklärungen von Kandidaten und Parteien finden den Weg ins Blatt oder Netz nur, wenn sie aus unserer Sicht wirklich gravierende Aussagen enthalten.

Dass Vorstands- oder Fraktionssitzungen oft gar nicht stattgefunden haben, haben wir im Laufe der Jahre immer wieder einmal festgestellt. Weil Vorstandstreffen in der Regel nichtöffentlich sind, berichten wir darüber nur bei einem entsprechenden Aussagewert und Informationsgehalt.

Mitteilungen über Mittelzuweisungen erreichen uns häufig aus Abgeordnetenbüros. Berichtenswert, so betrachten wir es, ist nicht die Mitteilung an den Abgeordneten, sondern die Tatsache der Förderung, die oft zeitgleich über die Ministeriums-Pressestelle veröffentlicht wird. Grundsätzlich kommt es uns auf den Nachrichtenwert an. Natürlich ist es eine Erwähnung wert, wenn sich ein Abgeordneter lange Zeit für eine Förderung eingesetzt hat.

Pressekonferenzen und -gespräche mit dem einzigen Ziel, politische Wahlansichten von Kandidaten oder Parteien zu vermitteln, besuchen wir nicht. Keine Regel ohne Ausnahme: Geht es zum Beispiel um die Mitteilung des Abgeordneten beziehungsweise Kandidaten, dass der Ort diese oder jene Industrieanlage erhält, kommen wir hingegen schon.

Erfolgt ein "hochkarätiger Besuch", zum Beispiel eines Ministers, Staatssekretärs, Fraktionsvorsitzenden oder Oppositionsführers, kündigen wir dies an. Der Bedeutung der Veranstaltung entsprechend schließt sich eine Berichterstattung an.

"Normale" Wahlversammlungen und -veranstaltungen nehmen wir im notwendigen Umfang wahr. Wiederholen sich die Themen eines Kandidaten in anderen Orten, muss sich das in einer verkürzten Berichterstattung niederschlagen.

Betriebsbesichtigungen sind für uns nur dann ein Thema, wenn es gravierende Aussagen über das entsprechende Unternehmen gibt.

Info-Stände kündigen wir an, wir berichten darüber aber nicht.

Leserbriefe zur Wahl und zum Wahlkampf lehnen wir grundsätzlich ab, wenn ihr einziger Beweggrund Wahlreklame ist.

Bei sonstigen und extremen Parteien gilt: knappe Terminankündigungen, kurze und sachliche Berichte. Wir wollen diese Parteien nicht unter den Tisch fallen lassen. Sonst würden wir uns dem Vorwurf der Parteilichkeit aussetzen.

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