01.02.2019 - 09:01 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Sarah, bitte melde dich!

Wer ist "Sarah"? Tatsächlich eine Zwölfjährige, die an der Zeitung Kritik üben will? Oder doch nur ein Erwachsener, der nicht den Mumm hat, zu seinen Worten zu stehen? Wir würden gerne wissen, wer diesen Brief wirklich geschrieben hat.

Wer steckt hinter „Sarah“, die den Brief an die Redaktion in den Postkasten geworfen hat?
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Der "Leserbrief" von "Sarah (12 Jahre alt)" lag in der Redaktionspost. Versehen mit einer 70-Cent-Marke, auf der das Schloss Falkenlust zu Brühl abgebildet ist. Ein Absender fehlte. "Sarah" schreibt, sie möchte uns "auf paar Sachen hinweisen", die ihr in letzter Zeit aufgefallen seien. Was "Sarah" uns zu sagen hat, geben wir im Original wieder: "Zu allererst die Fotomontage in der Ausgabe vom 8 Januar 2019, Seite 28 unter dem Titel ,Bares für die Talentschmiede'. Hier ist deutlich, ein auf das Foto aufgeklebtes Mädchen zu sehen, dass sich gerade im Sprung befindet. Dass es hinzugefügt worden ist, hat sogar meine Oma erkannt, und sie ist auf einem Auge blind. Das Foto sieht total unrealistisch aus und das Verbreiten von Fakenews ist eigentlich nicht gestattet - Trump lässt grüßen."

Hm, hat hier ein Erwachsener absichtlich ein paar Schreibfehler eingebaut, um den Text "kindlicher" wirken zu lassen? Oder kann er es nicht besser? Oder ist es tatsächlich ein Kind, das sich solche Gedanken macht? Jedenfalls ist das Bild, das den Artikel über die Zusammenarbeit zwischen dem Ortenburg-Gymnasium und dem Handballverein Oberviechtach illustriert, keine Fotomontage. Geklebt hat hier keiner. Da kann "Sarah" echt beruhigt sein.

Die Witzseite findet sie ja auch nicht schön, "absolut witzlos" sei sie. "Sehr ärgerlich" sei "diese Kinderseite": "Die Comics sind nicht mal annähernd lustig. Sagen Sie bitte diesem Illustrator er soll sich gefälligst mehr Mühe geben. Da ist die politische Karikatur auf Seite 2 immer witziger!" Wer hätte das gedacht, dass Zwölfjährige sich für Tomiceks Zeichnungen begeistern?!

Die Texte auf der Kinderseite missfallen "Sarah" ebenfalls: "Wenn in seltenen Fällen doch mal was Interessantes dort steht, dann ist es nur oberflächlich beschrieben. Kein Wunder dass Kinder kaum etwas über Politik und Kultur wissen, aber alle Youtubestars ohne Probleme aufzählen können. Es ist nicht nur Schuld der Eltern, die ihren Nachwuchs nicht genügend fördern, sondern ebenso kleine Sachen, wie eben ihre Kinderseite (die Ihr lieber ,Steht-eh-nichts-ordentliches-drauf-Seite' nennen solltet). Bitte haben Sie Mut auch mehr anspruchsvolle Texte für Kinder in Ihre Zeitung zu platzieren." Schrieb's und fügte hinzu: "Die nächste Generation, wird es Ihnen danken."

Ein Brief mit Seltenheitswert. Darum: Liebe "Sarah", bitte melde dich bei uns! Wir wollen mit dir diskutieren! Wir wollen über deine Kritik und deine Vorschläge reden! Wir wollen dich kennenlernen, bei Limo und Kuchen! Auch wenn du doch schon erwachsen sein solltest. Diesen Verdacht werden wir einfach nicht los.

Info:

Anonym schreiben bringt gar nichts

Ein Leser, der mit seiner Kritik oder seinen Vorschlägen etwas bewirken will, der möchte, dass sich die Zeitung um ein bestimmtes Thema kümmert, sollte sich zu erkennen geben. Sich anonym an die Redaktion zu wenden, das ist der schlechteste Weg.

Mit Zuschriften, die keinen „greifbaren“ Absender haben, kann eine Redaktion nichts anfangen – und will das aus grundsätzlichen Erwägungen heraus auch nicht. Redakteure werden anonymen Briefen oder Mails immer mit größter Vorsicht begegnen. Vielleicht hat der Mitteiler ja Böses im Sinn, möchte jemandem schaden. Wer hingegen redliche Absichten hat, für den sollten Angaben wie Name, Anschrift, Telefonnummer und Mail-Adresse selbstverständlich sein. Ansonsten wandert eine Zuschrift höchstwahrscheinlich in den Papierkorb.

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