Katastrophenfälle wurden in Bayern schon häufig ausgerufen: Hochwasser-Katastrophen oder die massiven Schneefälle im vergangenen Jahr beschränkten sich aber auf einzelne Regionen oder Landkreise. Landesweit wurde dieses Szenario noch nie durchgespielt - auch für die Landratsämter ist die Situation neu.
"Wir müssen uns da auch erst einarbeiten"
Sie, die Bezirksregierung oder das Innenministerium sollen - je nach Dimension der Katastrophe, die Arbeit der beteiligten Behörden und Hilfsorganisationen koordinieren. "Wir müssen uns da auch erst einarbeiten", gibt Christine Hollederer, Pressesprecherin des Landratsamtes Amberg-Sulzbach zu. "Im Katastrophenfall sind für die Erfordernisse vor Ort die Kreisverwaltungsbehörden, also Landratsämter und kreisfreien Städte zuständig und können in diesem Bereich allen weiteren Einrichtungen Anweisungen erteilen", teilt Claudia Prößl, Pressesprecherin des Landratsamtes Neustadt/Waldnaab mit.
Dies betreffe neben den Hilfsorganisationen auch Polizei, THW, Bundeswehr oder private Labore oder Sicherheitsdienste. Bei Bedarf könne ein gemeinsamer Einsatzleiter für Polizei und Feuerwehr benannt werden. Auch sei es leichter, die in der Regel Ehrenamtlichen der Feuerwehren, Rettungsdienste oder des Technischen Hilfswerks zu rekrutieren, weil Verdienstausfälle geregelt seien.
Bürger zu Leistungen verpflichtet
Die Behörden besitzen im Katastrophenfall weitreichende Befugnisse: Sie dürfen jeden Bürger in Form von Dienst-, Sach- und Werkleistungen zum Einsatz heranziehen. Nach Angaben des Innenministeriums stehen in Bayern mehr als 450 000 Menschen bereit.
"Wir stehen im Austausch mit den Ministerien und der Regierung der Oberpfalz sowie Hilfsorganisationen, Ärzten und Kliniken und werden die notwendigen Entscheidungen treffen", kündigt Prößl an. Eine weltweite Pandemie stelle alle vor enorme Herausforderungen: "Oberstes Ziel ist weiterhin die möglichst lange Verzögerung der Ausbreitungsgeschwindigkeit, um unser Gesundheitssystem so weit wie möglich am Laufen zu halten."
"Landratsamt für Parteiverkehr ab sofort geschlossen"
Prößl appelliert an die Bürger, soziale Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden, Hygieneregeln zu beachten und ärztliche Hilfe nur in Anspruch zu nehmen, wenn es unbedingt erforderlich ist. "Wir bitten Arbeitgeber, Telearbeit zu ermöglichen oder in manchen Bereichen räumlich oder zeitlich getrennte Teams arbeiten zu lassen."
Die erste Maßnahme der Amberger: "Das Landratsamt ist für den Parteiverkehr ab sofort geschlossen." Um sowohl Bevölkerung als auch Mitarbeiter vor Infektionen mit dem Coronavirus zu schützen und solange wie möglich den Dienstbetrieb aufrechterhalten zu können, wird der Parteiverkehr auch in den Außenstellen, wie Veterinärsamt, Tourist-Info und Volkshochschule ausgesetzt - Ausnahme: die Wertstoffhöfe des Landkreises.
Amberg: Bürgertelefon
Das Landratsamt Amberg-Sulzbach richte im Laufe des Dienstags ein Bürgertelefon ein. Mehrere Mitarbeiter des Landratsamtes stünden für Auskünfte unter der Nummer (09621) 39-890 zur Verfügung.




















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