30.01.2020 - 18:55 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Streit um Hamster und Häschen

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Strenge Regeln beim Verkauf von Kleintieren: Das "Dehner Gartencenter" in Amberg wehrt sich gegen Auflagen des Veterinäramtes. Das ruft Tierschützer auf den Plan.

Der Rechtsstreit ruft jetzt auch Tierschützer auf den Plan, die finden: "Lebewesen sind keine Handelsware!"
von doa Kontakt Profil

Ein tierischer Prozess findet kommende Woche am Verwaltungsgericht Regensburg statt. Unter dem Aktenzeichen RO 4 K 18.188 klagt das "Dehner Gartencenter" gegen die Stadt Amberg, genauer gesagt gegen das Veterinäramt des Landratsamtes, und zwar "wegen tierschutzrechtlicher Auflagen".

Auflagen der Behörde als Auslöser

Auslöser war ein neuerliches Ansuchen des Unternehmens für den Verkauf von Wirbeltieren, der seitens der Behörde an eine Reihe von Auflagen gekoppelt wurde, "hauptsächlich tierschutzrechtlicher Natur", wie Johannes Wörle, Pressesprecher des Verwaltungsgerichtes, ausführt. Als Beispiele nannte er etwa die ständige Anwesenheit einer sachkundigen Person sowie Richtlinien zur Reinigung der Käfige und zur Fütterung. Weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt, geben sich beide Streitparteien gegenüber Oberpfalz-Medien wortkarg.

"Tiere sind keine Ware"

Kein Wunder, der Verkauf von Lebendtieren in Baumärkten und Gartencentern mit Zooabteilung ist ein kontrovers diskutiertes Thema, das in der Vergangenheit auch immer wieder Tierschützer auf den Plan gerufen hat. "Kleintiere sollten nur im Zoofachhandel verkauft werden", findet etwa die Grünen-Kreisrätin Marion Juniec-Möller aus Schwandorf, "weil so gewährleistet ist, dass es nicht zu Spontankäufen kommt und dort eine fachgerechte Haltung und Beratung sichergestellt ist."

Kreisrätin Marion Juniec-Möller (Grüne) warnt vor Spontankäufen.

Auch ÖDP-Landesvorsitzende Agnes Becker, von Beruf Tierärztin, sieht den Verkauf von Lebewesen in Großmärkten kritisch: "Prinzipiell gilt: Wer einem Tier ein Zuhause geben möchte, dessen Weg sollte immer zu allererst ins örtliche Tierheim führen."

Dort gehe es nämlich nicht um kommerzielles Interessen. "Tiere sind eben keine Ware, sondern Lebewesen mit Bedürfnissen und Leidensfähigkeit."

Agnes Becker (ÖDP) war die Initiatorin von "Rettet die Bienen" und arbeitet als Tierärztin.
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