30.09.2019 - 17:49 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

TV-Doku über Mord an Sophia Lösche

"Frontal 21" zeigt am Dienstag, 21 Uhr, eine 45-minütige Dokumentation über den Mord an Sophia Lösche. Untertitel: "Protokoll einer fehlerhaften Fahndung". Autorin Gesine Enwaldt setzt sich dabei kritisch mit den Ermittlungen auseinander.

Unvergessen: Ein Graffito an einer Hausmauer in Leipzig erinnert an die ermordete Sophia Lösche. Die 28-Jährige war auf dem Weg von ihrer Studenten-WG zu ihren Eltern nach Amberg, als sie ermordet wurde.

Familie und Freunde erzählen im Film von verzweifelten Telefonaten, ihrer Spurensuche entlang der Autobahn und dem Gefühl, von der Polizei im Stich gelassen worden zu sein. Tagelang war der Fall wie eine übliche Vermisstenanzeige behandelt worden, obwohl es Anzeichen für ein Gewaltverbrechen gab. "Sie bildeten das, was die Polizei offenbar versäumte: eine Art private Soko", heißt es in der Ankündigung.

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Bayreuth

Gesine Enwaldt realisiert seit 2002 als freie Autorin Reportagen für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, unter anderem für das Format "Panorama". Die Filmemacherin war zeitweise auch beim Prozess vor dem Landgericht Bayreuth gegen den Täter, einen 42-jährigen Fernfahrer aus Marokko, vor Ort. Sie schließt sich der Vermutung der Familie an, dass Sophia - "wenn die Polizei schnell gehandelt hätte" - möglicherweise noch lebend hätte gefunden werden können. "Fehleinschätzungen, Zuständigkeitsgerangel, Ignoranz ließen wertvolle Zeit verstreichen."

Weiteres Thema der Dokumentation ist die Instrumentalisierung dieses Gewaltverbrechens durch AfD und Rechtsextreme für Ausländerhetze und Hass.

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