Amberg
19.09.2025 - 17:03 Uhr
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Zweite Vils-Plätte braucht auch eine Generalsanierung

Nach Plätte "Verena" wird nun auch ihre Schwester umfassend saniert. 2016 wurden die beiden Amberger Tourismus-Flaggschiffe offenbar mangelhaft repariert, was zu großen Schäden führte.

Die zwei Vils-Plätten sind mittlerweile ein Tourismus-Flaggschiff in Amberg. Eine wurde bereits generalüberholt, jetzt soll in den Wintermonaten die zweite an der Reihe sein. Bild: Stephan Huber
Die zwei Vils-Plätten sind mittlerweile ein Tourismus-Flaggschiff in Amberg. Eine wurde bereits generalüberholt, jetzt soll in den Wintermonaten die zweite an der Reihe sein.

Die beliebte Vils-Plätte „Verena“ war nach einer aufwendigen Sanierung pünktlich zur Saison 2025 wieder im Einsatz, nun folgt ihre Schwester: Der Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen, auch die zweite Plätte ("MST-Plätte") einer umfassenden Generalsanierung zu unterziehen. Dafür wurden 59.400 Euro veranschlagt.

Die Vils-Plätten gehören seit der Landesgartenschau 1996 zum festen Bestandteil des Amberger Tourismus. „Das Angebot ist aus touristischer Sicht nicht mehr wegzudenken“, heißt es in der Beschlussvorlage. Von Frühjahr bis Herbst sind die Plätten fast täglich im Einsatz. Die Plättenfahrten sind nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Einheimischen sehr beliebt. Doch die intensive Nutzung und die Witterung haben Spuren hinterlassen. Bereits 2016 wurden beide Plätten in einer österreichischen Werft überholt. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, offenbar mangelhaft: „Schon nach rund neun Jahren zeigte sich massiver Sanierungsbedarf“, berichtete Stadtkämmerer Jens Wein in der Sitzung. Der Zustand der „Verena“ offenbarte sich erst nach Beginn der Reparaturen in einer deutschen Werft am Bodensee.

Wasser im Inneren

Im Inneren hatte sich Wasser angesammelt, das langfristig den Rumpf beschädigt hatte. Der Schaden war so gravierend, dass große Teile des Unterbaus ersetzt werden mussten. Inzwischen sei die Plätte wieder zuverlässig im Einsatz. Zudem wurde der Einstieg barrierefrei gestaltet, sodass künftig auch Rollstuhlfahrer ab der Einstiegstelle ACC problemlos zusteigen können.

Da die zweite Plätte 2016 zur gleichen Zeit und von derselben Firma saniert wurde, sei auch bei ihr von erheblichen Mängeln auszugehen. Bereits jetzt sei ein äußerlicher Schaden sichtbar. Um Ausfälle in der Saison 2026 zu vermeiden, soll die Generalsanierung im kommenden Winter durchgeführt werden. Ein detailliertes Angebot liegt bereits vor.

Das billigste Angebot?

Kulturreferent Fabian Kern kritisierte in der Sitzung die damalige Vergabeentscheidung deutlich: „2016 wurde wohl das billigste Angebot genommen.“ Ein Fehler, wie sich heute zeigt. „Nun hat man sich für eine erfahrene deutsche Werft entschieden“, so Kern weiter. Die Maßnahme sei notwendig und wirtschaftlich sinnvoll: Ein Neubau würde mit mindestens 120.000 Euro zu Buche schlagen – doppelt so viel wie die jetzt geplante Sanierung.

Die Finanzierung erfolgt durch Umschichtungen im städtischen Haushalt. Die Verwaltung betont, dass eine rechtzeitige Beauftragung der Werft notwendig ist, damit die Plätte zum Saisonstart 2026 wieder einsatzbereit ist. Die Stadträte stimmten einheitlich dafür.

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Amberg23.03.2025
Hintergrund:

Rund um die Vils-Plätte

  • Im Jahr 2024 erwirtschaftete der Plättenbetrieb Einnahmen von rund 97.400 Euro.
  • 2023 waren es rund 93.800 Euro.
  • Mittlerweile fahren die beiden Plätten zwischen April und Oktober quasi
    täglich im Regelbetrieb oder auch bei verschiedenen Sonderfahrten.
  • Der Startschuss für die Vils-Plättenfahrten war anlässlich der Landesgartenschau 1996.
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