Schwere Zeit für Metereologen

Nicht nur das Wetter ist derzeit schwierig, auch die Vorhersagen. Oberpfalz-Medien-Wetterexperte Andy Neumeier erklärt, was es Metereologen derzeit so schwer macht.

In Kast gab es am Sonntag Regen und Hagel, wenige Kilometer weiter schien die Sonne.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Amberg/Weiden.(wüw) Nicht nur das Wetter ist derzeit seltsam, auch die Wettervorhersagen. Seit Tagen wird etwa schlechtes Wetter angekündigt, in zwei oder drei Tagen soll es kühler werden und regnen. Nur vergehen diese zwei oder drei Tage eben nicht, die Schlechtwetter-Front verschiebt sich immer weiter nach hinten. Mit dem Problem hatte auch Oberpfalz-Medien-Wetterexperte Andy Neumaier bei seiner jüngsten Vorschau zu kämpfen. Was die Sache so schwer macht, erklärt der Mitterteicher Meteorologe im Interview: Andy Neumaier:Ganz so verkehrt ist es ja nicht.

Nicht nur das Wetter ist derzeit seltsam, auch die Wettervorhersagen. Seit Tagen wird etwa schlechtes Wetter angekündigt, in zwei oder drei Tagen soll es kühler werden und regnen. Nur vergehen diese zwei oder drei Tage eben nicht, die Schlechtwetter-Front verschiebt sich immer weiter nach hinten. Mit dem Problem hatte auch Oberpfalz-Medien-Wetterexperte Andy Neumaier bei seiner jüngsten Vorschau zu kämpfen. Was die Sache so schwer macht, erklärt der Mitterteicher Meteorologe im Interview:

ONETZ: Was macht es Meteorologen derzeit so schwer, genaue Vorhersagen zu treffen?

: Derzeit haben wir es viel mit Schauern und Gewittern zu tun. Das sind in der Regel sowieso Vorhersagen, bei denen man mit viel "kann" und "vielleicht" arbeiten muss. Wir kennen das von Gewittern ja schon seit jeher: Den einen trifft's, den anderen nicht. Eine Vorhersage, ob der Acker in Oberviechtach, oder in Pressath nass wird, ist da nicht möglich. Man kann das nur nach Wahrscheinlichkeit eingrenzen, aber selten genau nach Ort und Zeit. Das kommt in den Sommermonaten immer wieder vor. Manchmal ist genau das auch das Spannende an dem Job, aber eben auch ein kleiner Fluch, wenn man es jedem möglichst genau vorhersagen will.

ONETZ: Was die Sache so schwer macht, erklärt der Mitterteicher Meteorologe im Interview:

Andy Neumaier: :Ganz so verkehrt ist es ja nicht. Schaut man sich Teile von Unter- und Mittelfranken an, so hat es da am Muttertag den ersehnten Regen gegeben. Teilweise über 60 Liter auf den Quadratmeter. In meinem Fall war es so, dass das Wetter für die Zeitungen der Oberpfalz-Medien schon am Mittwoch mit Daten von Dienstag auf Mittwoch erstellt wurde, damit es wegen des Feiertages am Freitag in der Zeitung steht. Von so früh aus den Sonntag im Detail hinzubekommen ist nicht einfach. Das Tief kam, es kam aber eben Luftlinie 150km weiter westlich ( eigentlich eine gute Vorhersage für soweit im Voraus ). Hilft aber nix mit der Schönrederei, es hat halt trotzdem nicht geregnet, und für den Leser war das eine 1 A Fehlprognose.

ONETZ: -Ist der Eindruck falsch, dass das Wetter derzeit sehr kleinteilig daherkommt. Es regnet in einem Stadtteil, während im anderen die Sonne scheint.

: Genau das ist die Problematik. So eine Gewitterwolke kann eben mal nur auf einem zwei Kilometer großen Gebiet herumstehen, und hinterlässt dann einen nassen Strich in der Landschaft. Im Extremfall: In Waldthurn volle Keller, in Eslarn Sonnenschein. Das große, kühle Regentief, das jeden gleichermaßen nass macht, das steht eben nicht auf dem Wetterfahrplan zur Zeit.

ONETZ: Und für die Bauern: Lässt sich absehen, wann es nun endlich länger regnet.

: Nicht so, wie er gebraucht wird. In den kommenden Tagen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es vor allem nachmittags immer mal wieder gewittrige Schauer gibt. Aber das sind eben besagte Schauer, und kein Landregen. Die einen bekommen mal einen ordentlichen Guss ab, die anderen weniger. Aber insgesamt wird sich über die nächsten Tage wenigstens ein bisschen was zusammenläppern. Aber mal so zwei oder drei trübe Tage mit ausgiebigem Regen sind leider nicht in Sicht, und kommende Woche vielleicht sogar eher wieder Hochdruck und trockenes Maiwetter.

ONETZ:

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