31.07.2018 - 18:29 Uhr
Deutschland & Welt

Angst vorm Jahrhundertsommer

Unternehmerisches Risiko oder förderwerte Katastrophenhilfe? Die extreme Dürre bringt die Landwirte in eine Ausnahmesituation. Ein Kommentar von Tobias Schwarzmeier

Die anhaltende Trockenheit bereitet den Bauern erhebliche Probleme.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
Kommentar

Reden wir über das Wetter. Darüber, dass es nie wirklich passt. Gerade uns Deutschen ist es immer zu kalt, zu heiß, zu regnerisch oder zu stürmisch. Ähnlich geht es den Bauern, die ihre Ernten - wetterlagenunabhängig - stets bedroht sehen. Die gegenwärtige Diskussion geht aber längst über Small-Talk oder das normale Hintergrundrauschen der Agrarpolitik hinaus.

Die anhaltende Dürre mit all ihren schon akuten Folgen wie Missernten, Flächen- und Waldbränden, fehlender Nahrung für Tiere oder möglichen steigenden Lebensmittelpreisen lassen Alarmglocken läuten. Heute könnte mit Temperaturen bis zu 39 Grad der bisher heißeste Tag des Jahres werden. Sollte die Hitzewelle im August weiter anhalten, wächst die Angst, dass der Jahrhundertsommer 2003 noch getoppt werden könnte. Die Folgen: unabsehbar. Seit Jahren purzeln zwar regelmäßig die Temperaturrekorde einzelner Monate. Der große Unterschied aber in diesem Jahr: eine seit Wochen stabile, extreme Wetterlage auf der Basis eines ungünstig trockenen Frühjahrs. Das lässt sich in der Landwirtschaft nicht kompensieren.

Den Bauern hilft reden eigentlich nicht weiter. Doch genau das müssen sie nun verstärkt tun. Denn die von der Agrarlobby geforderten Bundeshilfen könnten die Subventionsdiskussion neu befeuern. Ob schlechte Ernten zum unternehmerischen Risiko der Landwirte gehören, ist durch die Situation kleiner Betriebe nicht einfach zu beantworten. Die Ausnahmesituation würde unabhängig davon einen staatlichen Eingriff aber rechtfertigen.

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