Bei knapp 22.000 Fahrzeugen hat Polizei in der Oberpfalz beim neunten bayerischen Blitzmarathon die Geschwindigkeit gemessen. Die Bilanz: 620 Verkehrsteilnehmende waren schneller als erlaubt unterwegs, obwohl die Aktion von der Polizei zuvor angekündigt worden war. Wie das Polizeipräsidium am Freitag weiter mitteilte, wurden "neben Geschwindigkeitsverstößen noch 20 weitere Verstöße, wie beispielsweise das unerlaubte Nutzen eines Mobiltelefons während der Fahrt, festgestellt". Von Donnerstagmorgen 6 Uhr bis Freitagmorgen 6 Uhr waren 153 Polizistinnen und -Polizisten im Einsatz.
Einen traurigen Höchstwert meldet die Polizei aus dem Landkreis Cham. Bei Arnschwang war ein Raser nach Abzug der Toleranz mit 153 statt der erlaubten Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde unterwegs. "Ihn erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 480 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot", teilte die Polizei mit.
Drei Monate Fahrverbot
In Oberbayern hatte es ein Raser besonders eilig. Vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd wurden bei einem Autofahrer auf der Bundesautobahn 995 bei Unterhaching eine Geschwindigkeit von 190 Stundenkilometern gemessen. Erlaubt sind an dieser Stelle 80 Stundenkilometer. Laut bayerischem Innenministerium drohen ihm "eine Geldbuße von 1400 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot".
Bayernweit erwischte die Polizei beim diesjährigen Blitzmarathon mit rund 9750 Geschwindigkeitssünder deutlich mehr, als noch beim Blitzmarathon im Jahr 2021. Damals gab es rund 7030 Geschwindigkeitsverstöße. "Fast 40 Prozent mehr Raser trotz tagelanger Vorankündigung zeigt: Viel zu viele scheren sich offenbar nicht um Tempolimits und gefährden sich sowie andere", sagte der bayerische Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (CSU). Er bezeichnete dies als "absolut unverantwortlich". Die Polizei werde über den Blitzmarathon hinaus in ganz Bayern weiterhin verstärkt kontrollieren. "Das ist keine Abzocke, sondern ein Weckruf für die Verkehrssicherheit", betonte Kirchner.
Weiterhin Geschwindigkeitskontrollen
Auch das Polizeipräsidium Oberpfalz kündigte am Freitag an, es auch weiterhin auf die Geschwindigkeitsüberwachung als zentrales Element der Verkehrssicherheitsarbeit setzt. Laut Polizei gehören überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit zu den Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle.
Vergangenes Jahr waren laut Polizei in der Oberpfalz 961 Verkehrsunfälle registriert worden, bei denen überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit unfallursächlich war. Ein Anstieg um 21,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2020, als er 790 Verkehrsunfälle waren.
Bei Verkehrsunfälle starben vergangenes Jahr 51 Menschen. "Auch wenn dies den zweitniedrigsten Wert seit Einführung der Unfallstatistik vor mehr als 65 Jahren darstellt, so ist jeder Unfalltote einer zu viel", sagte Polizeivizepräsident Thomas Schöniger. Mit 33 Personen sei die Mehrzahl der Verkehrstoten auf den Landstraßen gestorben. Hier sei im Jahr 2021 die Zahl der Verkehrsunfälle um 8,4 Prozent auf nun 14.606 gestiegen. Deshalb seien die Landstraßen während des Blitzmarathons besonders im Fokus der Oberpfälzer Polizei gestanden.















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