14.06.2019 - 18:30 Uhr
Deutschland & Welt

Asyl: Erklärung für den Anstieg in der Oberpfalz

Die Zahl der Asylbewerber ist 2018 in Bayern gesunken, in der Oberpfalz aber nicht. Die Regierung der Oberpfalz liefert nun eine ziemlich banale Erklärung für die minimale Abweichung.

Das Ankerzentrum in Regensburg
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Entwicklung der Asylbewerberzahlen in Bayern

Weiden in der Oberpfalz

Die im Jahr 2018 leicht gestiegene Zahl von Asylbewerbern in der Oberpfalz erklärt die Bezirksregierung vor allem durch eine neue Organisation bei der Verwaltung der Asylbewerber. So habe sich die Zuständigkeit verändert, als zum 1. August die Anker-Zentren in Bayern die Arbeit aufnahmen.

Zu diesem Zeitpunkt "wurden auch die Zuständigkeiten der Regierungen für die Herkunftsländer neu geregelt", erklärt die Pressestelle in Regensburg. Die geänderten Zuständigkeiten sorgten dafür, dass mehr Asylbewerber mit geringerer Bleibeperspektive in die Oberpfalz kamen. "Diese bleiben in aller Regel länger Empfänger von Asylbewerberleistungen, wohingegen anerkannte Asylbewerber mit dem Tag der Anerkennung aus diesem Leistungsbezug ausscheiden", erklärt die Regierung. Dies liegt daran, dass Asylbewerber oft gegen ablehnende Bescheide Widerspruch einlegen, was die Verfahren teilweise deutlich verlängert.

Zudem habe die Regierung der Oberpfalz Ende 2018 kurzzeitig die Zuständigkeit für Asylbewerber aus Syrien übernommen. "Hierdurch allein gab es einen Zugang von rund 130 Personen", schreibt die Regierung. Weil der Jahresvergleich zum Stichtag 31. Dezember erfolgt, spiegle sich dieser Zugang eben auch hier wider. Der statistische Anstieg zwischen 2017 und 2018 betrug in der Oberpfalz lediglich 126 Menschen.

Trotz der abweichenden Entwicklung - sonst stiegen bayernweit die Werte 2018 nur in Niederbayern - fällt das Fazit der Behörde nach neun Monaten Ankerzentrum positiv aus. Deren Einführung habe dazu geführt, "dass zum einen die Prozessabläufe zwischen den Behörden nochmals gestrafft und zum anderen auch die Betreuung der Bewohner, insbesondere der Kinder, intensiviert werden konnte".

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