Bayern will "Mini-Kitas" gegen Betreuungsengpass

München
24.11.2022 - 14:17 Uhr

Bayernweit fehlen Tausende Plätze in Kindergärten- und krippen. In Städten mangelt es oft an Räumen, auf Dörfern rechnen sich die Einrichtungen für ein paar Kinder nicht. Die Staatsregierung will nun mit "Mini-Kitas" neue Wege öffnen.

In Bayern fehlen Betreuungsplätze für Kinder. "Mini-Kitas" sollen helfen, das Problem zu lösen.

In Bayern sollen vermehrt "Mini-Kitas" Versorgungslücken bei der Kinderbetreuung in Stadt und Land schließen. Das kündigte der zuständige Leitende Ministerialrat Hans-Jürgen Dunkl im Sozialausschuss des Landtags an. Derzeit gibt es bei steigender Tendenz bayernweit bereits 58 dieser Einrichtungen, fünf davon in Oberfranken. In "Mini-Kitas" werden maximal 15 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren betreut, künftig soll dort auch die Mittagsbetreuung von Grundschulkindern möglich sein. "Mini-Kitas" könnten laut Dunkl im dünn besiedelten ländlichen Raum entstehen, aber auch zusätzliche raumsparende Angebote in den Ballungszentren schaffen.

Wie eine vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, geht der Trend in der Kindertagesbetreuung zu kleineren überschaubaren Einrichtungen. Diese erhöhte Nachfrage könne durch "Mini-Kitas" zumindest teilweise befriedigt werden, erläuterte Dunkl. Die pädagogischen Vorteile lägen auf der Hand, außerdem ermöglichten kleinere Gruppen leichtere Integration und Inklusion.

Rechtlich gleichgestellt

Rechtlich und organisatorisch seien die "Mini-Kitas" herkömmlichen Einrichtungen gleichgestellt. Sie hätten Anspruch auf die selben staatlichen Förderungen, die Eltern bekämen - anders als in der im Regelfall privat organisierten Tagespflege - auch die allgemein gewährten Beitragszuschüsse. "Die Mini-Kita ist eine reguläre Kindertageseinrichtung", betonte Dunkl.

Nach den Aussagen Dunkls liegt der Betreuungsschlüssel in "Mini-Kitas" durchschnittlich bei einer Betreuungskraft für 7,38 Kinder. In "normalen" Kitas laute das Verhältnis 1 zu 9,16. Insgesamt seien in einer "Mini-Kita" im Regelfall drei Mitarbeiter*innen tätig. Die durchschnittliche Größe einer "Mini-Kita" betrage 132 Quadratmeter, für die Einrichtung seien deshalb nur selten Neu-, sondern hauptsächlich nur Umbauten erforderlich. Zwei Drittel der "Mini-Kitas" verfügten über einen eigenen Außenbereich, die übrigen nutzten nahegelegene öffentliche Spielplätze oder Grünflächen.

Grundsätzlich gut

Die Ausschussvorsitzende Doris Rauscher (SPD) begrüßte das Modell der "Mini-Kitas" im Grundsatz, es verfüge über offensichtlich gute Rahmenbedingungen. Ziel müsse aber sein, den Betreuungsschlüssel überall im Land auf deren Niveau anzuheben. "Wir brauchen gleichwertige Betreuungsbedingungen für alle Einrichtungen", forderte Rauscher.

Nach Einschätzung von Julika Sandt (FDP) könnten "Mini-Kitas" auch eine Chance für die Wirtschaft sein. Über diese ließen sich in kleineren Firmen Betriebs-Kitas organisieren. Der Freistaat müsse dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Sylvia Stierstorfer (CSU) sah in den "Mini-Kitas" einen Ansatz zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsangebote in Stadt und Land. Um die Einrichtung zu erleichtern, forderte sie den Abbau von Bürokratie in der Gründungsphase.

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