Bayern
04.05.2023 - 01:46 Uhr

Betrügerischer Bürgermeister in Franken vor Gericht

Ein Bürgermeister aus Mittelfranken soll Flüchtlinge bei sich untergebracht und sich dabei illegal bereichert haben. Weil er einen Strafbefehl in der Sache ablehnte, kommt es nun zur Verhandlung.

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Symbolbild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.

Wegen Betrugsvorwürfen steht der Bürgermeister von Langenzenn in Mittelfranken heute (13 Uhr) vor dem Amtsgericht Fürth. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lokalpolitiker Jürgen Habel vor, zwei ukrainische Flüchtlingsfamilien bei sich untergebracht und dafür beim Landratsamt Fürth zum Teil unrechtmäßig Wohnkosten geltend gemacht zu haben. Dabei soll ein Schaden im mittleren vierstelligen Bereich entstanden sein.

Habel hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben, deshalb kommt es nun zum Prozess. Der Lokalpolitiker hat sich auf Anfrage bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Für die Verhandlung am Donnerstag hat das Amtsgericht nach eigenen Angaben das persönliche Erscheinen des Angeklagten angeordnet und sechs Zeuginnen und Zeugen geladen.

Seit dem 1. März ist Habel nach Angaben des CSU-Kreisverbands Fürth-Land nicht mehr Parteimitglied - weil ein „zunehmender Entfremdungsprozess mit der örtlichen CSU“ eingesetzt habe, wie es hieß. Habel habe seit 2020 keine Mandatsträgerbeiträge an die Langenzenner CSU entrichtet und einen Schaden von mehr als 10.000 Euro verursacht, teilte Christian Ell, der CSU-Ortsverbandvorsitzende und Zweiter Bürgermeister von Langenzenn, mit. Demnach habe Habel 4,5 Prozent seines monatlichen Grundgehalts an den Ortsverband zahlen müssen.

© dpa-infocom, dpa:230503-99-546465/2

 
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