Bayern
21.06.2021 - 10:23 Uhr

Ein Drittel der Gemeinden haben kein Lebensmittelgeschäft mehr

Erst ging der Tante-Emma-Laden, inzwischen auch der Supermarkt: In Bayerns ländlichen Regionen fehlen mehr und mehr Einkaufsmöglichkeiten. Ohne Auto geht vielerorts nicht mehr viel, bemängelt die SPD.

Dorfläden gelten zunehmend als Alternative für wegbrechende Einkaufsmöglichkeiten auf dem Land. Ein Drittel der Gemeinden in Bayern hat nach SPD-Angaben kein Lebensmittelgeschäft mehr. Bild: Angelika Warmuth/dpa
Dorfläden gelten zunehmend als Alternative für wegbrechende Einkaufsmöglichkeiten auf dem Land. Ein Drittel der Gemeinden in Bayern hat nach SPD-Angaben kein Lebensmittelgeschäft mehr.

In fast jeder dritten der 2056 Gemeinden in Bayern steht nach Darstellung der SPD-Landtagsfraktion kein Lebensmittelgeschäft mehr zur Verfügung. Die Zahl sei in den Jahren 2010 bis 2019 um 772 oder 10,86 Prozent auf 6332 gesunken, bemängelte der SPD-Kommunalsprecher im Landtag, Klaus Adelt. Er hatte eine aktuelle Anfrage im Landtag gestellt.

Rückgang am Land besonders stark

Der Rückgang mache sich auf dem Land besonders bemerkbar, der Norden des Freistaats sei stärker betroffen als der Süden. Am stärksten wirke sich das Ladensterben in Mittelfranken (minus 17 Prozent) aus, gefolgt von Oberfranken (minus 16) und Niederbayern (minus 10). Schwaben kam mit einem Minus von zwei Prozent vergleichsweise glimpflich davon.

Ohne Auto geht nichts mehr

"Im ländlichen Raum wird das Auto zunehmend zur Eintrittskarte in den Supermarkt", sagte Adelt. Der Bau von Supermärkten orientiere sich weniger am Bedarf der Kunden, sondern mehr an der Verkehrsanbindung. Dies habe fatale Folgen für die Innenstädte. "Wir sollten alles tun, um diesen Trend zu stoppen. Die Ansiedlung von Supermärkten auf der grünen Wiese muss planungsrechtlich erschwert werden", verlangte er. Dorfläden müssten aktiver als bisher unterstützt werden. In den vergangenen 20 Jahren seien in Bayern 193 Dorfläden entstanden.

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Hohenburg11.06.2021
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