28.01.2021 - 16:13 Uhr
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Faktencheck: Können FFP2-Masken das Coronavirus aus der Luft filtern?

In den sozialen Medien kursieren immer wieder Behauptungen die FFP-2-Masken würden gegen das "Coronavirus eh nix bringen." Die Schutzfunktion der Masken im Faktencheck.

Die pauschale Behauptung, FFP2-Masken seien ein unwirksamer Schutz gegen Sars-CoV-2, entbehrt einer faktischen Grundlage.
von Agentur DPAProfil

In Deutschland gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Das bedeutet: In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften müssen medizinische Schutzmasken getragen werden - einfache OP- oder auch FFP-2-Masken. Parallel dazu geht in den sozialen Medien die Behauptung um: "... hilft alles nicht...". Denn die Hersteller selbst schlössen in den Gebrauchsanweisungen aus, dass FFP-2-Masken wirksam gegen Viren wie Sars-CoV-2 schützen.

BEWERTUNG

Experten widersprechen: Zwar bieten auch FFP2-Masken keinen 100-prozentigen Schutz, sie filtern aber nachweislich Sars-CoV-2-Viren aus der Luft. Dass einzelne Hersteller in ihren Gebrauchsanweisungen dennoch warnen, die Masken schützten nicht gegen Viren, hängt womöglich mit Haftungsfragen zusammen.

FAKTEN

Auf den kursierenden Bildern von Gebrauchsanweisungen zu FFP-2-Masken ist tatsächlich der Warnhinweis zu lesen: "Nicht gegen Partikel radioaktiver Stoffe, Viren und Enzyme." Allerdings: Die Abbildungen sind weder mit einem Quell-, noch einem Datumsverweis versehen. Daher ist nicht nachzuvollziehen, wie aktuell die Anweisungen sind.

Sogenannte FFP-Masken (englisch für: "Filtering Face Piece") wurden ursprünglich nicht im medizinischen Bereich, sondern im Handwerk eingesetzt - etwa als Schutz gegen Staub oder ölige Partikel. Doch genau wie medizinische Masken müssen auch FFP-Masken strenge Normen einhalten, in diesem Fall die Europäische Norm "EN 149:2001+A1:2009". Dieser entsprechend müssen FFP2-Masken mindestens 94 Prozent, FFP3-Masken sogar mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern. Diese messen im Durchmesser zwischen 0,045 und 1,2 Mikrometer, also millionstel Meter. FFP-Masken, die diese Tests erfolgreich durchlaufen haben, tragen ein CE-Kennzeichen.

Die Filterleistung wird dabei nicht mit echten Viren untersucht - weder in der Vergangenheit, noch aktuell. "Dies wäre sehr gefährlich", teilt ein Sprecher des Teams "Wiederverwendung von FFP2-Masken" auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Der Expertenkreis an der Fachhochschule Münster erforscht seit Monaten die Wirksamkeit von FFP2-Masken. Ein "Virentest" sei aber aber auch nicht erforderlich. Die Prüfung mit Testaerosolen aus Natriumchlorid (NaCl) lasse entsprechende Rückschlüsse auf die Infektionsschutzwirkung zu.

Denn: Das Virus Sars-CoV-2 hat - laut Robert Koch-Institut - einen Durchmesser von 0,08 bis 0,14 Mikrometer. Jedoch verlässt das Virus den Körper stets in einer Flüssigkeitshülle, als sogenanntes Aerosol. Dadurch ist es deutlich größer: mindestens 0,5 Mikrometer. Wie die FH Münster auf ihrer Webseite in einem Schaubild darstellt, werden die Sars-CoV-2-Aerosole darum mit großer Sicherheit vom Filtermaterial der FFP2-Masken gebunden. Sehr viel kleinere Aerosole dringen - möglicherweise - noch hindurch. Allerdings gibt es Hinweise, dass Aerosole, die weniger als einen Mikrometer groß sind, nicht zu Infektionen führen können. 100-prozentigen Schutz aber vermag keine Maske zu bieten.

Und dennoch: Die pauschale Behauptung, FFP2-Masken seien ein unwirksamer Schutz gegen Sars-CoV-2, entbehrt einer faktischen Grundlage.

Die Münsteraner Experten mutmaßen, die Hinweise in einzelnen Gebrauchsanweisungen könnten folgenden Hintergrund haben: Bestimmte Viren wie das Parvovirus seien mit etwa 0,01 Mikrometer Durchmesser deutlich kleiner als Sars-CoV-2 - und würden womöglich nicht von FFP2-Masken gefiltert. "Darum schließen einige Hersteller die Wirksamkeit ihrer Masken - vermutlich zum eigenen Schutz vor Haftungsansprüchen - in ihren Gebrauchsanweisungen aus."

Auch die Faktenchecker des Bayerischen Rundfunks recherchierten zur Wirksamkeit von FFP2-Masken - mit den gleichen Ergebnissen.

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