15.01.2021 - 18:18 Uhr
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Fragen und Antworten zu Corona: Sorgt eine Corona-Impfung für einen positiven Test?

Noch immer haben viele Leser Fragen rund um Maskenpflicht und Corona-Impfung. Dieses Mal geht es darum, wie Masken an Bedürftige verteilt werden und ein Experte klärt, ob die Corona-Impfung für einen positiven Test sorgen kann.

Spritzen, mit denen der Moderna-Impfstoff verabreicht wird, sind in einem Behälter. Neben dem Biontech-Impfstoff ist Moderna der zweite in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfstoff.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Wie werden die angekündigten 2,5 Millionen Masken an Bedürftige verteilt?

Christine Hollederer vom Landratsamt Amberg-Sulzbach teilt dazu mit: "Stand jetzt werden die FFP2-Masken für besonders bedürftige Menschen, die beispielsweise Grundsicherung erhalten, kostenfrei per Post verschickt." Fünf Masken sollen es am Anfang sein. Außerdem soll der Landkreis noch im Januar vom Freistaat Bayern weitere FFP2-Masken für pflegende Angehörige erhalten: "Diese Verteilung wird über die Landkreisgemeinden abgewickelt werden." Jeder Hauptpflegeperson sollen so drei Schutzmasken zur Verfügung gestellt werden. Als Nachweis reiche es, ein Schreiben der Pflegekasse vorzuzeigen, aus dem der Pflegegrad der zu betreuenden pflegebedürftigen Person hervorgeht.

Kann ein Corona-Test durch die Corona-Impfung positiv ausfallen?

Nach Einschätzung von Dr. Roland Brey, Leiter des Gesundheitsamtes in Amberg, ist das "nicht sehr wahrscheinlich und plausibel". Immer häufiger werde ihm diese Frage gestellt. Den Grund warum bereits geimpfte Personen manchmal trotzdem positiv auf das Coronavirus getestet werden, sieht Brey darin, dass sich die Patienten die Infektion bereits vor der Impfung zugezogen hätten. Auch könne es dauern bis durch die Impfung eine Schutzwirkung gegeben ist: Der Impfstoff-Forscher Leif Erik Sander von der Berliner Charité sagte im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk, es brauche zehn bis 14 Tage, bis sich nach der ersten Impfung eine Immunantwort ausbilde. Hinzu kämen falsch-positive Testergebnisse bei Schnelltests, erklärt Brey: "In der Praxis liegen die Schnelltests manchmal daneben, auch wenn ihnen in der Theorie eine hohe Wirksamkeit bestätigt wird." In der Regel werde aber nach einem positiven Schnelltest, immer noch ein zuverlässigerer PCR-Test nachgeschoben. Hätten die Patienten beispielsweise nur eine leichte Infektion, könne auch ein falsch-negatives Ergebnis mit dem Schnelltest vorkommen.

Kann eine Corona-Impfung den Ausbruch einer Corona-Infektion verhindern?

"Rein theoretisch" sei das möglich, sagt Gesundheitsamtsleiter Brey. Dies gelinge beispielsweise bei Masern manchmal. Da Masern eine lange Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen hätten, könne es gelingen mit einer Impfung in den ersten Tagen nach Ansteckung den Ausbruch der Symptome zu verhindern. Ob dies auch bei Covid möglich ist, dazu gebe es aktuell aber zu wenig Daten und Untersuchungen, um eine verlässliche Aussage zu treffen.

Wird es einen Fahrdienst zu den Impfzentren geben?

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums teilt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit: "Wir müssen das System ständig weiterentwickeln und kreative Lösungen dafür finden, wie wir die Menschen zu dem Impfstoff und den Impfstoff zu den Menschen bringen." Vorstellbar seien zum Beispiel Impfbusse, die rausfahren zu den Menschen. Grundsätzlich gehe das Gesundheitsministerium außerdem davon aus, dass es für gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf Ersatz der Fahrkosten jedenfalls dann gibt, wenn diese auch sonst einen Anspruch auf Fahrkostenübernahme zu ambulanten Behandlungen wie z.B. aufgrund Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Für Personen, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind oder die nicht die Voraussetzungen für eine Fahrkostenübernahme erfüllen, hält das Gesundheitsministerium eine weitergehende Regelung zur Übernahme der Fahrkosten zu den Impfzentren erforderlich.

Kann eine Mailadresse nur einmal zur Anmeldung im Online-Portal für die Corona-Impfung verwendet werden?

Ein Sprecher aus dem Gesundheitsministerium bestätigt, dass jede Email-Adresse bei der Anmeldung zur Corona-Impfung nur einmal verwendet werden kann. Der Bayerische Rundfunk berichtet, dass der Grund für diese technische Einschränkung sei, dass man digital mit den Registrierten in Kontakt treten möchte, etwa um einen möglichen Impftermin mitzuteilen. Bei Familienmailadressen oder mehreren Registrierten pro Adresse wäre das so leicht nicht möglich. Im Zweifel muss also extra eine Mailadresse angelegt werden. Diese sollte regelmäßig auf Nachrichten kontrolliert werden. Auch eine telefonische Terminvereinbarung über das zuständige Impfzentrum ist möglich.

Warum wird bereits bei der 1. Impfung der Impfstoff für die 2. Impfung zurückbehalten? Die Lagerung verursacht doch zusätzliche Kosten und Risiken.

Das sieht auch die Bayerische Staatsregierung so und änderte deshalb ihr Vorgehen: Künftig soll beim Biontech-Impfstoff – bis auf eine Reserve – nicht mehr für jeden Erst-Geimpften die zweite Impfdosis zurückgehalten werden. "Das Ziel ist, möglichst schnell möglichst viel zu impfen, und da wollen wir alle Chancen nutzen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er begründete die Kursänderung damit, dass sowohl nach Auskunft des Herstellers als auch nach Auskunft des Bundes die Biontech-Lieferungen planbar und zuverlässig kämen. Deshalb habe man abgewogen und sich dafür entschieden, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen und bis auf eine Reserve keine Impfdosen mehr zurückzuhalten. Das Risiko ist laut Holetschek überschaubar. Das neue Vorgehen betrifft allerdings nur den Biontech-, nicht den neueren Moderna-Impfstoff.

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