10.07.2021 - 14:31 Uhr
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Nach Hochwasser - Franken räumt auf

Nach Dauerregen und Hochwasser laufen in Franken die Aufräumarbeiten. In Wilhermsdorf waren die Menschen teilweise bis zum Mittag ohne Strom. Und nicht überall war die Lage bereits entspannt.

Ein Fahrzeug ist auf einer überfluteten Straße von Hochwasser umgeben. In Wilhermsdorf waren Menschen teilweise bis Samstagmittag ohne Strom.
von Agentur DPAProfil

Neustadt an der Aisch/Wilhermsdorf. Nach Dauerregen und Hochwasser in vielen Teilen Frankens konzentrieren sich die Kommunen am Samstag auf die Aufräumarbeiten. Überflutete Straßen und Keller mussten von Schlamm befreit werden. Ein Teil der Schäden dürfte erst sichtbar werden, wenn die Wassermassen langsam zurückgegangen sind. In Teilen Frankens rechneten die Behörden zudem mit weiteren Überschwemmungen.

Im Landkreis Neustadt an der Aisch galt am Samstag weiterhin der Katastrophenfall. Teilweise waren Straßen auch am Samstag noch nicht wieder befahrbar. Insgesamt seien rund 700 Einsätze gemeldet worden und mehr als 1300 Einsatzkräfte beschäftigt gewesen, sagte ein Sprecher. Am Samstagvormittag standen noch rund 100 Einsätze aus, häufig ging es dabei um vollgelaufene Keller. Sie sollten im Laufe des Tages ausgepumpt werden.

Schäden mit "immenser Dimension"

Die Lage habe sich entspannt, sei aber noch nicht vom Tisch, sagte der Sprecher. Die Schäden hätten "eine immense Dimension". Allerdings sei man froh, dass es weder bei den Betroffenen noch bei den Rettungskräften Verletzte oder gar Tote gegeben habe. In Wilhermsdorf im Landkreis Fürth waren auch am Samstagvormittag noch Teile der Gemeinde ohne Strom. Kreisbrandrat Frank Bauer ging allerdings davon aus, dass die Versorgung im Laufe des Tages wieder hergestellt wird. Insgesamt habe es Hunderte Einsätze im Landkreis gegeben. Verletzte hatte es in seinem Zuständigkeitsgebiet nicht gegeben, allerdings hatten am Freitag Schlauchbootfahrer von der Hochwasser führenden Zenn gerettet werden müssen.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt blieb die Lage am Samstag angespannt. Am Vormittag waren alle Zufahrten nach Höchstadt bis auf eine laut Landratsamt überflutet. Zudem wurde in Adelsdorf mit weiteren Überflutungen im Laufe des Samstags gerechnet. Stundenlanger Dauerregen hatte am Freitag Wiesen, Straßen und teils ganze Landstriche unter Wasser gesetzt. Kanalisation, Flüsse und Bäche waren stellenweise überfordert und hatten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen können. Die Regenfälle hatten aber bereits am Freitagabend nachgelassen. Für den Samstag sagten die Wetterdienste keinen weiteren Regen in der Region mehr voraus.

Großer Regenkomplex über Bayern

In der Nacht zum Freitag war ein großer Regenkomplex von Süden her über Bayern gezogen, wie Marcel Schmid, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) erklärte. Es habe nachts und am Vormittag flächendeckend geregnet, besonders viel sei in Franken runtergekommen. Hier habe es vor allem westlich von Nürnberg Schwerpunkte gegeben. 31 Liter pro Quadratmeter seien etwa allein zwischen 7.00 und 8.00 Uhr bei Bonnhof (Landkreis Ansbach) niedergegangen. Stark von den Unwettern erwischt wurden laut der Integrierten Leitstelle Schweinfurt außerdem Gebiete in Unterfranken, auch die Regionen um die oberfränkischen Städte Hof, Coburg und Bamberg waren betroffen.

Regen sorgte für Überschwemmungen in Franken

Hof an der Saale

Im Landkreis Neustadt/WN wurde am Freitag auch vor Hochwasser gewarnt

Pressath
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