13.09.2020 - 18:29 Uhr
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Infizierte Amerikanerin in Garmisch: Sorgen bei US-Army in Grafenwöhr

Eine junge Frau soll zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Dabei hätte sie wohl nur ein wenig Geduld zeigen müssen. Unruhe herrscht deshalb auch in der Oberpfalz.

Eine langen Schlange steht vor dem Corona Testzentrum in Garmisch.
von Frank Werner Kontakt Profil

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss. "Das muss geprüft werden", sagte der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Sonntag. Die Behörde geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist.

Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

"Die Dame hat Symptome gehabt, war bei uns bei der Teststation und wurde aufgrund der Symptome aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben. Das hat sie aber nicht getan", sagt Scharf. Die 26-Jährige sei kurz zuvor aus einem Urlaub in Griechenland zurückgekehrt. Ob sie sich auf der Reise angesteckt hat oder danach in Garmisch-Partenkirchen, das sei aber unklar. "Wo sie sich angesteckt hat, wissen wir nicht".

"Nationalität wurscht"

"Fälle, in denen die Leute das Testergebnis nicht abwarten, gibt es ja öfter", sagt Scharf. "Und die Nationalität ist ja im Grunde auch wurscht. Aber wir wollten, dass möglichst viele Menschen sich melden, die sich daran erinnern, in den letzten Tagen in einer Kneipe Kontakt zu der Frau gehabt zu haben." Um die Identifikation für mögliche Kontaktpersonen einfacher zu machen, veröffentlichte die Behörde darum, dass es sich bei der Frau um eine US-Amerikanerin handelt, die in Garmisch-Partenkirchen lebt und arbeitet. Weil sich bislang nicht alle Kontaktpersonen nachverfolgen ließen, fordert die Gesundheitsbehörde diejenigen, die an oder vor diesem Abend in örtlichen Bars unterwegs waren, auf, sich bei der Hotline des Gesundheitsamtes (08821/751-500) zu melden und sich testen zu lassen. Der Aufruf richtet sich vor allem an junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren, die sich angesteckt haben könnten. Sie sind aufgerufen, sich testen zu lassen.

Allein in der Unterkunft "Edelweiss Lodge and Resort", das den US-Streitkräften gehört und in dem sie übernachtet hatte, wurden demnach bisher 24 Menschen positiv getestet. Das Resort wird ab Montag für zwei Wochen geschlossen. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen bis Samstag auf 37. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. "Die müssen sich natürlich nicht alle bei ihr angesteckt haben", betont Scharf. 453 Positiv-Fälle seien seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis nachgewiesen worden.

Die US-Army Garnison Bavaria besteht aus den Standorten Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch. Kommandeur ist Oberst Christopher R. Danbeck. Wegen des Vorfalls in Oberbayern riefen die Streitkräfte auf ihrer Facebook-Seite zur erhöhter Wachsamkeit und verstärkten Hygienemaßnahmen auf. Jeder, der das Resort in Garmisch nach dem 3. September besucht habe, solle sich in jedem Fall melden.

Weiterer Anstieg erwartet

"Aus medizinischer Sicht ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen", teilt das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen mit und verhängt in der rund 26 000 Einwohner zählenden Marktgemeinde am Freitag Beschränkungen für das öffentliche Leben. "Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren."

Alle Gaststätten müssen dort um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe.

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