Bayern
12.08.2022 - 14:50 Uhr

Keine schnelle Klärung des Achterbahnunfalls im Legoland

Es ist ein sonniger Tag mit vielen Besuchern im Legoland, als zwei Züge einer Achterbahn aufeinanderprallen. 31 Fahrgäste werden verletzt, einer davon schwer. Jetzt ermittelt die Kripo.

Der Eingang zum Legoland im bayerischen Günzburg. Bild: Stefan Puchner/dpa
Der Eingang zum Legoland im bayerischen Günzburg.

Nach dem schweren Achterbahn-Unfall im Günzburger Vergnügungspark Legoland ermittelt die Kriminalpolizei Neu-Ulm. Bei dem Unfall war ein Zug der Achterbahn auf den vorausfahrenden aufgefahren. 31 Menschen wurden bei dem Aufprall verletzt, einer davon schwer.

Eingetragen ist das Verfahren der Kripo unter dem vorläufigen Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung. Gegen einen oder mehrere konkrete Beschuldigte richtet sich dieses bislang nicht. Das erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd in Kempten am Freitag auf Anfrage. Die Ermittlungen zu der Ursache des Achterbahnunfalls könnten noch mehrere Monate dauern. Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft sagten, dass die Erstellung des Unfallgutachtens wohl einige Wochen oder gar Monate dauern werde.

Die Behörden hatten die Achterbahn „Feuerdrache“ nach dem Unfall gesperrt. Bislang ist ungeklärt, ob ein technischer Defekt oder ein Fehler des Personals Ursache war. Keiner der beiden Züge entgleiste, es fiel auch kein Fahrgast heraus. Ein Ermittlungsverfahren ist nach derartigen Unfällen übliches Prozedere. Die Staatsanwaltschaft Memmingen hatte sich noch am Donnerstagabend in dem Freizeitpark einen ersten Überblick verschafft. Zudem sollen Videoaufzeichnungen des Unfalls ausgewertet und Zeugen befragt werden.

Erinnerung an Vorfall in Klotten

Nach Angaben des Legolands führt die Achterbahn „Feuerdrache“ zunächst durch einen überdachten, abgedunkelten Bereich des Parks. Dann geht es hinaus ins Freie, über eine Strecke mit Gefällen und einigen Kurven. Nach Parkangaben fährt die Achterbahn bis zu acht Meter pro Sekunde schnell, was rund 29 Kilometern in der Stunde entspricht.

Der Unfall erinnert an einen tödlichen Vorfall in einem Freizeitpark im rheinland-pfälzischen Klotten an der Mosel am vergangenen Samstag, als eine 57-jährige Frau aus einer fahrenden Achterbahn stürzte. Auch dort ist die Ursache weiter unklar. Der Park schloss zunächst für einige Tage seine Tore.

Im Legoland ging der Betrieb auch nach dem Unfall am Donnerstag normal weiter. Das Legoland wurde nach Angaben des Unternehmens unterdessen am Freitag wieder normal geöffnet. Der Themenbereich „Land der Ritter“, in dem sich die Achterbahn befindet, sei aber noch gesperrt, sagte eine Sprecherin.

© dpa-infocom, dpa:220812-99-358071/4

 
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